Aktualisiert 12.02.2009 11:46

«Time-out» mit Klaus ZauggEine Bundesrätin, Gotthelf und Elik

Fürs Spiel gegen Ambri am Freitag werden Frau Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und FdP-Nationalrat Johann Niklaus Schneider-Ammann erwartet. So hoher Besuch heizt die Gerüchteküche an: Ist Schneider-Ammann am Ende der «Hagel-Hans», der die Finanzierung des neuen Stadions ermöglicht?

von
Klaus Zaugg

Tiger-Boss Hans Grunder bestätigt gegenüber 20 Minuten Online eine Meldung der «Mittelland-Zeitung» über den hohen Besuch am Freitag. Die BDP-Bundesrätin und der erfolgreiche Unternehmer aus Langenthal werden voraussichtlich mit Grunder und Tiger-Manager Heinz Schlatter in der Tiger-Stube des hölzigen Stadions speisen und sodann dem Eis-Spektakel mit Todd Elik & Co. beiwohnen.

Da kann die Frage an Grunder einfach nicht ausbleiben: Ist Schneider-Ammann am Ende gar der Götti, der den Stadion-Batzen spendet? Bekanntlich möchten die Langnauer ein neues Stadion bauen, konnten aber bisher die Finanzierung nicht sichern. Grunder sagte gegenüber 20 Minuten Online: «Es gibt schon einen Zusammenhang zwischen dem geplanten Stadion und Johann Schneider-Ammann. Er ist, wie Sie sicher wissen, ein sehr erfolgreicher Unternehmer und die Firma Ammann stellt auch Baumaschinen her. Es ist also durchaus möglich, das dereinst beim Stadion-Neubau Ammann-Maschinen auffahren werden.»

Das ist keine Antwort, die einen neugierigen Fragesteller zufriedenstellt. Also: Hans Grunder, ganz unter uns: Wird Johann Niklaus Schneider Ammann die Schlüsselfigur bei der Stadionfinanzierung? Grunder, eher unwirsch zu 20 Minuten Online: «Ich sage nichts mehr.» Aha. Kein Schelm, wer nun sagt, alles deute darauf hin, dass endlich, endlich Bewegung ins verfahrene Stadion-Geschäft kommt.

Johann Niklaus Schneider-Ammann, auch Präsident des Verbandes der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, hat zweifelsfrei das Format zu einem ordentlichen «Hagel-Hans» - jener legendären Gotthelf-Figur, die im Klassiker «Ueli der Pächter» auf wundersame Art und Weise auf den Plan tritt, die völlig verfuhrwerkte Situation auf der «Glungge» klärt und alles zu einem guten Ende führt.

Grunder und Schneider-Ammann sind zwar keine Parteikollegen. Schneider-Ammann sitzt für die FdP im Nationalrat und Grunder für die neue BDP, die neuerdings auch Fraktionsstärke hat und der FdP in Bundesbern beim Politisieren helfen könnte. Grunder gesteht 20 Minuten Online: «Wir liegen politisch auf einer ganz ähnlichen Linie.» Und beide sind sie Hardcore-Emmentaler. Schneider-Ammann ist als Sohn eines Tierarztes in Affoltern im Emmental aufgewachsen und besuchte daselbst so wie in Sumiswald und Langenthal die Schulen, Orte, wo noch heute hin und wieder das Wesen und Wirken Gotthelfs gegenwärtig ist.

Wahrscheinlich haben nie zuvor zwei Emmentaler so viel finanzielle und politische Wasserverdrängung auf sich vereint wie das Powerduo Grunder/Schneider-Ammann. Das ist schon eine Liga höher als einst die gelegentlichen Visiten der Berner Glamour-SVP-Regierungsrätin Elisabeth Zölch. Wenn die beiden in der Stadionfrage zusammenspannen und womöglich noch einen Giganten wie beispielsweise Coop ins Schlepptau nehmen sollten - dann könnte das Jahr 2009 das beste und kurzweiligste des Emmentaler Eishockeys seit dem Meistertitel von 1976 werden: Das Comeback von Rock'n'Roller Todd Elik, im elften Anlauf die erstmalige NLA-Playoff-Qualifikation und, endlich konkrete Pläne fürs neue Stadion. Und es wäre die bitterste Niederlage für die Berner SVP (und Grunders politische Erzfreinde) seit der Verhaftung von Bauern-General Niklaus Leuenberger (hingerichtet am 27. August 1653 zu Bern).

Grunder verwirft ob solchen Spekulationen die Hände. Mag aber nicht dementieren und nicht bestätigen. Sondern resümiert ganz einfach: «Ich sage zu alldem nichts.»

Die offizielle Medienorientierung in der Sache war eigentlich für Mitte Januar terminiert. Nun melden Gewährsleute, dass die Stadion-Katze im März aus dem Sack gelassen werden soll.

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