Eishockey-Nati: Eine bunte Truppe, die Freude macht

Aktualisiert

Eishockey-NatiEine bunte Truppe, die Freude macht

Die Nati weiss an der WM in Kopenhagen zu gefallen. Doch nun steht ein heikles Spiel gegen Weissrussland an und es lauern einige Gefahren.

von
Marcel Allemann
Kopenhagen
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Enttäuschte Schweizer: Trotz guter Partie steht die Hockey-Nati am Ende ohne Sieg da.

Enttäuschte Schweizer: Trotz guter Partie steht die Hockey-Nati am Ende ohne Sieg da.

Keystone/Salvatore Di Nolfi
Die Entscheidung: Micha Repik trifft im Penaltyschiessen als Einziger.

Die Entscheidung: Micha Repik trifft im Penaltyschiessen als Einziger.

Keystone/Salvatore Di Nolfi
Einen Schritt zu spät: Die Schweizer verlieren gegen die Tschechen knapp.

Einen Schritt zu spät: Die Schweizer verlieren gegen die Tschechen knapp.

Keystone/Salvatore Di Nolfi

Der grosse Exploit, ein aufgrund der Spielanteile durchaus verdienter Sieg gegen Tschechien, blieb aus. Die Schweiz musste sich in diesem spektakulären Spiel nach dem Penaltyschiessen 4:5 geschlagen geben. «Klar hätten wir lieber drei oder zwei Punkte gehabt, aber jetzt ist es halt einer. Doch wir haben gegen einen Gegner, der zu den Grossen zählt, ein gutes Spiel gezeigt», tröstete sich Stürmer Joël Vermin.

Nino Niederreiter ragt heraus

Es hätte ein noch besseres Spiel sein können, wenn die Schweizer im zweiten Drittel ihre zweimaligen Zweitore-Führungen (3:1 und 4:2) länger hätten verteidigen können und diese nicht so rasch wieder hergegeben hätten. «Klar war das schade», befand Nationaltrainer Patrick Fischer, «aber man sagt nicht umsonst, dass ein Zweitore-Vorsprung im Eishockey die gefährlichste Führung ist. Das ist anderen Teams auch schon widerfahren und nun eben auch uns. Ich hoffe, wir können daraus lernen und im Schlussdrittel haben wir auch zur Stabilität zurückgefunden.»

Schweiz verliert gegen Tschechien

(Video: Tamedia/SRF)

Die Schweiz spielt stark gegen Tschechien und verliert dennoch. (Video: Tamedia/SRF)

Fischer erklärte aber auch, dass er allgemein stolz sei, wie die Mannschaft aufgetreten sei. Und das kann er auch. Wir haben in Kopenhagen ein buntes und spannendes Trüppchen beisammen. In dieser ragt der dreifache Turniertorschütze Nino Niederreiter heraus, aber auch andere wie Enzo Corvi, Tristan Scherwey, Mirco Müller, Grégory Hofmann, Joël Vermin oder Simon Moser konnten schon entscheidende Akzente setzen.

Problemzone Verteidigung

Vor allem in der Offensive ist die Schweiz sehr unberechenbar. Sven Andrighetto konnte sich zwar bis jetzt noch nicht so entfalten, wie man sich das erhofft hat. Wohl auch wegen seines Restausschlusses und der anschliessenden Sperre hat er den Rhythmus noch nicht so richtig gefunden. Doch der NHL-Stürmer bringt alles mit, um in Dänemark noch eine entscheidende Rolle spielen zu können. Und dann wird die Mannschaft ab sofort auch durch den formstarken Powerflügel Timo Meier, den nächsten NHL-Spieler, veredelt. Das macht sie noch interessanter, noch unberechenbarer.

Als Problemzone hat sich bislang die Defensive herauskristallisiert. Alle Verteidiger hatten in diesem Turnierverlauf schon so ihre Blackouts und dem Duo Lukas Frick/Michael Fora ist halt auch immer wieder mal ihre Unerfahrenheit auf diesem Niveau anzusehen. Deshalb stellt sich schon die Frage, ob diese Hintermannschaft gut genug ist, um einen grossen Coup landen zu können.

Weissrussland mit «frischem Wind»

Doch bevor die Nati an einen solchen denken kann, muss sie zunächst am Mittwoch (ab 16.15 Uhr live im Ticker) eine Pflichtaufgabe erfüllen und Weissrussland schlagen. Ein Unterfangen, das durchaus delikat werden könnte, denn die Weissrussen haben nach drei Niederlagen die Notbremse gezogen und am Dienstag Trainer Dave Lewis entlassen. «Das wird bei ihnen sicherlich für frischen Wind sorgen», warnt deshalb Nati-Coach Fischer.

Können die Schweizer jedoch den geforderten Dreier einfahren, haben sie 9 Punkte auf dem Konto und nehmen mit Deutlichkeit Kurs auf die Viertelfinals. Sie könnten dann die beiden nächsten Partien gegen die beiden Gruppen-Favoriten Russland und Schweden relativ entspannt angehen. Jeder zusätzliche Zähler wäre ein schöner Bonus, ehe es dann zum Abschluss noch zum womöglich entscheidenden Duell mit Frankreich kommt.

Fazit: Die Nati hat in Kopenhagen Fahrt aufgenommen. Aber die Gefahren, vom Kurs abzukommen, lauern noch. An mehr als nur einer Ecke.

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