Ungewöhnliche Präventions-Idee: Eine «Corona-Frisur» für 50 Rappen
Aktualisiert

Ungewöhnliche Präventions-IdeeEine «Corona-Frisur» für 50 Rappen

Plötzlich sind sie in Kenia bei Mädchen wieder in Mode – die abstehenden Zöpfe. Sie erinnern von der Form her an das Coronavirus.

Ernster Hintergrund: Die «Corona-Frisur» soll die Erwachsenen an die Corona-Prävention erinnern.

Video: AP

Dank des Ausbruchs des Coronavirus wurde in Kenia eine in Vergessenheit geratene Mädchenfrisur wieder aktuell. Abstehende Zöpfe waren in den letzten Jahren aus der Mode gekommen. Da die antennenähnlichen Zöpfe der Form des Virus gleichen, gewinnen sie wieder an Beliebtheit.

Sharon Refa bietet Mädchen in ihrem behelfsmässigen Coiffeursalon im Slumviertel Kibera in der Hauptstadt Nairobi die «Corona-Frisur» an. Die Frisur sei ein wirksames Mittel, um die breite Öffentlichkeit, insbesondere Erwachsene, für das Virus zu sensibilisieren, sagt Refa.

Auch die Armen können sich diese Frisur leisten

«Die meisten Kinder scheinen ihre Hände gerne desinfizieren zu wollen und wollen Masken tragen, viele Erwachsene tun dies nicht, und deshalb haben wir uns die «Corona-Frisur» ausgedacht», sagt sie. Ein weiterer Grund für die erneute Attraktivität der Frisur ist, dass sie relativ billig ist. Viele Kenianer haben zurzeit wenig oder kein Einkommen, da der Arbeitsmarkt wegen des Coronavirus ausgetrocknet ist.

Margaret Andeya, eine Mutter, die Schwierigkeiten hat, über die Runden zu kommen, sagt, die Frisur erfülle nicht nur die Styling-Bedürfnissen ihrer Töchter, sondern schone auch ihr Portemonnaie. Die «Corona-Frisur» kostet 50 Schilling, umgerechnet ungefähr 50 Rappen, während die durchschnittliche Frisur 300 bis 500 Schilling (drei bis fünf Franken) kostet. Das ist ein Betrag, den sich die meisten Menschen in Kibera im Moment nicht leisten können.

In Kenia hat die Zahl der bestätigten Virusfälle 600 überschritten, wobei 30 Todesfälle verzeichnet wurden. Aufgrund eines Mangels an Testmaterial wird jedoch davon ausgegangen, dass die tatsächliche Zahl der Fälle höher liegt. Die Gesundheitsbehörden sind besonders besorgt über die mögliche Ausbreitung des Virus in überfüllten Slums.

(AP)

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