Kollagen-Drinks - Eine Dermatologin erklärt, was Kollagen-Präparate wirklich taugen
Perfekte Haut mit tollem Glow, nur weil wir Drinks mit Kollagen trinken – ist da wirklich was dran?

Perfekte Haut mit tollem Glow, nur weil wir Drinks mit Kollagen trinken – ist da wirklich was dran?

Pexels/Arnie Watkins
Publiziert

flüssiges Anti-Aging?Eine Dermatologin erklärt, was Kollagen-Drinks wirklich taugen

Kann Kollagen wirklich von innen für glatte Haut und einen tollen Glow sorgen? Es klingt zu gut, um wahr zu sein – deshalb haben wir bei einer Dermatologin nachgefragt.

von
Gloria Karthan
Malin Mueller

Lady Gaga und die Kardashians schwören schon seit einiger Zeit drauf: Beauty-Shots mit dem Eiweiss Kollagen sollen von innen heraus schön machen. Sie polstern angeblich die Haut auf, sorgen für einen rosigen Teint und sind laut Herstellern wirkungsvoller als Kollagen-Seren oder -Cremes, weil sie von innen wirken. Auch in der Schweiz werden mittlerweile Supplements mit Kollagen entwickelt, hergestellt und vertrieben.

Klingt einerseits plausibel, dass etwas von innen heraus mehr wirkt. Andererseits hört es sich auch irgendwie zu gut an, um wahr zu sein. Darum haben wir bei Dr. med. Karoline Zepter, Fachärztin Dermatologie und Venerologie bei Pretabeaute in Zürich, nachgefragt, was am Hype um die Beautydrinks wirklich dran ist.

Frau Zepter, wie soll Kollagen uns schön machen? 80 Prozent unserer Haut bestehen natürlicherweise aus Kollagenfasern. Im Bindegewebe formen diese Fasern ein fein verwobenes, dichtes Netz. Das ist einerseits unglaublich flexibel und bietet gleichzeitig Spannung und Rückfederung: Lachen Sie einmal und beobachten Sie Ihre Haut dabei – fantastisch! Leider nimmt der Gehalt an Kollagen mit den Jahren stetig ab. Zurück bleiben nur Elastinfasern, die wie ein Gummi langsam ausleiern. Das lässt die Haut schlaff und faltig werden.

Und dagegen helfen Drinks mit Kollagen? Es gibt tatsächlich immer mehr Studien, die nach der Einnahme von Supplements eine höhere Kollagendichte in der Haut nachweisen konnten. Zudem stellt sich eine verbesserte Wundheilung und die Abnahme von Gelenkschmerzen ein. Die Bindegewebszellen wurden sogar dazu angeregt, neues körpereigenes Kollagen zu produzieren. Aber Achtung: Um Falten zu reduzieren, braucht es mehr als ein paar Shots.

Was denn? Vitamin C ist zum Beispiel entscheidend am Aufbau von Kollagen beteiligt. Und wenn Sie weiterhin rauchen und sich ungeschützt in die Sonne legen, bleibt auch das teuerste Kollagenpräparat wirkungslos. Am cleversten ist es, mit modernen Treatments wie dem Micro-Needling die Neuproduktion von körpereigenem Kollagen anzuregen. Schliesslich verfügt die Haut über einen riesigen Pool an Stammzellen, die bis ins hohe Alter in der Lage sind, die Haut wieder zu aktivieren und zu verjüngen.

Kollagen-Drinks im Selbsttest

Vanessa Craig ist Doktorin der biomedizinischen Forschung. Sie entwickelte Formetta, als sie auf dem Markt kein Produkt finden konnte, das hoch genug dosiert war, um einen Effekt zu zeigen. Ihre Sachets beinhalten Kollagen, Vitamin C, Antioxidantien und Elektrolyte und wiegen satte 15 Gramm.

Beauty-Redaktorin Malin hat Formetta einen Monat lang getestet – und ist so happy mit ihrer Haut wie selten zuvor. Unreinheiten? Fehlanzeige. Glow? Definitiv! Die Nachteile: Der Preis ist mit 120 Franken für 30 Sachtes happig – und die 15 Gramm müssen am Morgen mit einem grossen Glas Wasser erstmal runter. Der Geschmack ist in Ordnung, das Problem ist eher der Gedanke an den Ursprung des Wirkstoffs: Craig extrahiert das Kollagen aus Rinderhaut und -Knochen. (mmu)

Haben Kollagen-Supplemente auch Nachteile? Allergische Reaktionen können immer auftreten, bei reinen und sicheren Supplementen sehe ich ansonsten keine Nachteile. Es gibt allerdings einen Knackpunkt: Praktisch alle Kollagen-Präparate werden auf der Basis von tierischem Material, also Knochen, Knorpel und Haut hergestellt. Das heisst, sie sind nichts für Vegis wie mich. Und pflanzliche kollagenartige Moleküle, beispielsweise aus Lupinen, dürften deutlich weniger effizient sein.

Gibts Inhaltsstoffe in unserer Nahrung, die alternativ für glatte Haut und einen rosigen Teint sorgen?
Ganz kurz gesagt, nebst ausreichend Flüssigkeit: Zink, Vitamin A und E, Vitamin C. Dazu wichtige sekundäre Pflanzenstoffe wie Ellagsäure sowie Omega-3-Fettsäuren.

Welche Lebensmittel sollten also öfter auf dem Teller landen?Thunfisch und Lachs: Darin sind Kollagen, Omega 3 und Zink im Überfluss enthalten. Vitaminreiches Gemüse und Früchte gehören selbstverständlich auch dazu. Oft gehts aber auch darum, was man nicht isst. Und da muss man vor allem Kohlenhydrate erwähnen. Kohlenhydrate und Zucker produzieren Eiweissverbindungen, die die Zellalterung beschleunigen.

Dieses Produkt wird in der Schweiz entwickelt und hergestellt und enthält bereits viel Vitamin C, um die Aufnahme von Kollagen zu gewährleisten. Ein Paket für einen Monat kostet Fr. 120.–, wer ein monatliches Abo bestellt zahlt Fr. 108.– bei Formetta

Dieses Produkt wird in der Schweiz entwickelt und hergestellt und enthält bereits viel Vitamin C, um die Aufnahme von Kollagen zu gewährleisten. Ein Paket für einen Monat kostet Fr. 120.–, wer ein monatliches Abo bestellt zahlt Fr. 108.– bei Formetta

Formetta
Auch Collamin entwickelt seine Produkte in der Schweiz. Das Derm’Nutrution Kollagen ist trotz Beerengeschmacks zuckerfrei. 480 Gramm gibt es für Fr. 79.– bei Collamin

Auch Collamin entwickelt seine Produkte in der Schweiz. Das Derm’Nutrution Kollagen ist trotz Beerengeschmacks zuckerfrei. 480 Gramm gibt es für Fr. 79.– bei Collamin

Collamin
Auch die Beauty Boost Shots werden in der Schweiz produziert. Ein Paket für 30 Tage kostet Fr. 40.– bei Skiin Company

Auch die Beauty Boost Shots werden in der Schweiz produziert. Ein Paket für 30 Tage kostet Fr. 40.– bei Skiin Company

Skiin Company

Hast du bereits Kollagen-Supplements ausprobiert? Was ist dein Geheimnis für perfekte Haut? Verrate es uns in den Kommentaren!

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

20 Kommentare