«Robin Hood»: Eine echte Kampfmaschine
Aktualisiert

«Robin Hood»Eine echte Kampfmaschine

Eins vorweg: In dieser Version kommt weder Sherwood Forest noch Little John vor. Der Film erzählt stattdessen, was geschah, bevor Robin Hood zum ehrenhaften Dieb wurde – und das ist auch eine Geschichtslektion.

von
Philippe Zweifel

«Robin Hood», mit Russell Crowe, Cate Blanchett, Regie: Ridley Scott.

England um 1200. König Richard Löwenherz kommt beim Plündern einer französischen Burg zu Tode, nachdem er zehn Jahre lang auf Kreuzzug gewesen ist. Daheim in England wird sein skrupelloser Bruder John gekrönt. Dieser nimmt sich einen französisch-englischen Doppelagenten zum Berater, der ihn hintergeht. So landet um ein Haar die französische Flotte an der Steilküste von Dover. Und wer verhinderts? Robin Hood natürlich.

Der Mann ist also kein verarmter Adliger oder liebenswerter Räuber mehr, sondern ein Bogenschütze unter vielen in des Königs Kreuzzugsheer. Humor und Romantik gehen so natürlich flöten. Dafür kriegt man einen Robin Hood zu sehen, der eine echte Kampfmaschine ist. Der Film selbst gibt sich nicht weniger wuchtig. Ständig galoppieren die Pferde, schiesst kochendes Pech auf irgendwelche Köpfe, sirren die Pfeile und splittert das Holz unter den Rammböcken. Mittendrin Russell Crowe als Robin Hood – als ein um 1000 Jahre durch die Zeit gereister Gladiator quasi.

Deine Meinung