Nach Gross' Entlassung: «Eine enorm schwierige Situation»
Aktualisiert

Nach Gross' Entlassung«Eine enorm schwierige Situation»

Die Entlassung von Christian Gross hat bei YB nicht alle befreit. Mentale Arbeit bleibt nach dem 1:0 gegen den FCZ wichtig.

von
Peter Berger
«Danke für alles»: Bobadilla dankt dem gefeuerten Christian Gross mit einer Botschaft auf dem Shirt.

«Danke für alles»: Bobadilla dankt dem gefeuerten Christian Gross mit einer Botschaft auf dem Shirt.

Raúl Bobadilla hat es am Dienstag nach seinem Siegestor gegen den FC Zürich offenbart. «Gracias por todo, Señor Gross», hatte er auf sein Unterziehleibchen gekritzelt. Der Argentinier war ein Wunschtransfer von Gross gewesen.

«Für einige war die Entlassung von Christian Gross eine Befreiung, andere waren schockiert und traurig», erzählt Christoph Spycher. Der Routinier erklärt: «Wenn ein 18-jähriger Spieler aus Venezuela in die Schweiz kommt und von einem Tag auf den anderen seine Bezugsperson, die ihn geholt hat, verliert, ist das eine enorm schwierige Situation.» Spycher spricht damit vor allem Josef Martinez (18) sowie Alexander Gonzalez (19) an. Das Duo zählt wie der andere, ebenfalls im Winter geholte Südamerikaner Bobadilla zu den Gross-Anhängern. Dagegen wirkt beispielsweise der Kanadier Josh Simpson erleichtert. «Aber wir können im Team keine Grabenkämpfe brauchen», sagt der 34-jährige Spycher. Entsprechend viel spricht der älteste YB-Feldspieler mit den Teamkollegen. «Der Sieg gegen den FCZ war deshalb sehr wichtig für uns», meint Spycher, wohl wissend, dass die mentale Arbeit noch lange nicht abgeschlossen ist.

Auch die Chefetage kämpft mit Baustellen. Die wichtigste ist die Trainersuche. Jung, offen, kommunikativ – so etwas à la Thorsten Fink – schwebt vielen bei YB vor. Gut möglich, dass CEO Ilja Kaenzig (ex Leverkusen, Hannover) die Kontakte nach Deutschland wieder intensiviert.

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