Trocken, fettig oder Mischhaut: Eine Expertin verrät, wie du deinen Hauttyp wirklich bestimmst
Welcher Hauttyp bin ich? Die Pflege sollte auf den Hauttyp abgestimmt sein – aber wie findet man den eigentlich heraus? 

Welcher Hauttyp bin ich? Die Pflege sollte auf den Hauttyp abgestimmt sein – aber wie findet man den eigentlich heraus?

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Trocken, fettig oder MischhautEine Expertin verrät, wie du deinen Hauttyp wirklich bestimmst

Was ist eigentlich normale Haut? Und welcher Hauttyp trifft auf dich zu? Dermatologin Dr. med. Daniela Kleeman weiss die Antwort.

von
Malin Mueller

«Die perfekte Pflege für fettige Haut», «nie wieder spannende Haut am Morgen», «Schluss mit nerviger Mischhaut» – Social Media, Werbung und der Blick ins Regal voller Tiegel lassen vermuten, dass die Lösung für jedes Hautproblem da draussen längst gefunden ist. Wenn man jetzt nur wüsste, in welche Kategorie die eigene Haut fällt… Sicher, da ist ab und an mal ein Pickel, dann juckt es etwas am Morgen und am Abend ist der Bereich um die Nase herum fettig. Aber was heisst das nun genau? Wir haben mit Dermatologin Dr. med. Daniela Kleeman von die-haut.ch gesprochen und erfahren, wie wir den eigenen Hauttyp erkennen.

Was versteht man unter normaler Haut?

Gleich vorneweg: Dieser Begriff ist irreführend und sorgt dadurch für jede Menge Unsicherheit vor dem Badezimmerspiegel. Dr. Kleeman erklärt: «Man sollte sie besser ‹optimale Haut› nennen, denn normal ist sie nicht gerade. Sie ist das Nonplusultra unter den Hauttypen und spannt weder, noch glänzt sie besonders. Sie ist elastisch und weist eine gute Spannkraft auf, ist rein, feinporig und rosig.» Damit verkörpert sie das, was viele von uns mit idealer Hautpflege erreichen wollen – aber nur die wenigsten schaffen.

Wir wissen also, wohin wir wollen. Jetzt gilt es herauszufinden, wo wir stehen, damit wir die Pflege darauf abstimmen können. Grob lässt sich die Haut neben der normalen beziehungsweise optimalen Variante in drei weitere Typen unterteilen: Trockene, fettige und Mischhaut. Die Expertin verrät, wie die Anzeichen aussehen.

  1. Trockene Haut
    «Die Kriterien für trockene Haut sind, dass sie häufig blass wirkt und früh kleine Falten aufweist, besonders unter den Augen oder um den Mund herum. Auch schuppende Stellen, Irritationen, kleine Risse oder sogar Ekzeme treten häufig auf, da die Hautbarriere bei trockenen Typen nicht optimal intakt ist und Umwelteinflüsse leichtes Spiel haben.» Mit steigendem Alter wird die Haut wegen nachlassender Talgproduktion bei fast allen Menschen trockener und eben auch faltiger, so Dr. Kleeman.

  2. Fettige Haut
    «Von fettiger Haut spricht man, wenn man mit Glanz im gesamten Gesicht zu kämpfen hat. Besonders stark zeigt sich das auf der Nase, Stirn und im oberen Bereich der Wangen, also dort, wo ohnehin mehr Talgdrüsen vorhanden sind. Die Haut wirkt dick, ölig und weist vergrösserte Poren auf. Pickel sind – auch nach der Pubertät – keine Seltenheit», so die Dermatologin.

  3. Mischhaut
    «In der T-Zone weisen Typen mit Mischhaut die Anzeichen von fettiger Haut auf, also Glanz und vergrösserte Poren. Im Randbereich ist die Haut trocken und neigt zu Irritationen.» Das beste von beiden Welten, sozusagen – klar, dass besonders viele Menschen eine Mischhaut haben.

Die Expertin merkt an: «Der Hauttyp bleibt nicht zwingend das ganze Leben lang der gleiche. Viel hängt vom Alter ab. In der Pubertät wird die Haut häufig ölig. Je älter wir werden, desto trockener wird es im Gesicht. Aber auch abhängig vom Monatszyklus kann unsere Haut verschiedene Bedürfnisse haben.» Unreinheiten kurz vor der Periode sind vielen Frauen ein Begriff. Ein und dieselbe Pflege funktioniert daher selten für ein ganzes Leben. Häufig tut sie das nicht mal für einen ganzen Monat.

Die Haut glänzt schon morgens – was heisst das?

«Das macht sehr wahrscheinlich, dass Sie ein fettiger Hauttyp sind», so Dr. Kleeman. «Möglich ist aber auch eine ungeeignete Creme, die so reichhaltig ist, dass die eigene Haut sie über Nacht gar nicht aufnehmen kann.» Wem der Glanz am frühen Morgen ein Begriff ist, dem rät die Expertin zu einem Fluid oder einem Gel als Pflege. Bei einem Spannungsgefühl nach dem Aufstehen ist eine Pflege, die enorm viel Feuchtigkeit spendet, der richtige Weg. Typen mit Mischhaut sollten laut der Expertin darauf achten, dass sie rückfettende Produkte nur in den äusseren Zonen anwenden oder die Creme nur jeden zweiten Abend im ganzen Gesicht auftragen. Ums Ausprobieren kommen wir also nicht herum.

Woran merke ich, dass ich meine Haut nicht optimal pflege?

Laut Dr. Kleeman ist es die Gewohnheit, die einige von uns in die falsche Pflege treibt. «Wer daran gewöhnt ist, jeden Tag und Abend sehr reichhaltige Cremes anzuwenden, empfindet seine Haut, wenn sie nur ein Fluid bekommt, als trocken. Auch wenn es vielleicht genau das ist, was der eigene Typ braucht, wenn er sonst schnell zu glänzen beginnt. Manchmal muss man sich erst umgewöhnen.» Generell gilt: Bleiben die Probleme im Gesicht die gleichen oder verstärken sich sogar, sollte man die Routine dringend umstellen.

Wann muss der Profi ran?

Dr. Kleeman sagt: «Ist die Haut ständig entzündet oder mit Ekzemen belastet, helfen übliche Drogerieprodukte nicht weiter. Auch permanente Akne verschwindet nicht einfach durch eine Creme. Bevor man sich quält und durch ein ganzes Sortiment an Produkten testet, lohnt es sich, professionelle Hilfe zu suchen, um Vernarbungen und langem Leiden vorzubeugen.»

Welchen Hauttyp hast du? Kämpfst du auch mit Problemen oder hast du die ideale Pflege schon gefunden? Diskutiere in den Kommentaren mit!

Deine Meinung

4 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Anna Domina

23.03.2021, 10:26

Mit Wasser und guter Seife !

MalusDarkblade

23.03.2021, 10:25

Mein Hauttyp ist Einhorn.

Frau88 14

23.03.2021, 09:47

Ich dachte wir sind alle gleich? Und jetzt eben doch wieder Unterschiede bestimmen