Lebensretter Nabelschnur: Eine Faultier-Geburt ist wie Bungeejumping
Aktualisiert

Lebensretter NabelschnurEine Faultier-Geburt ist wie Bungeejumping

Die ersten Sekunden im Leben eines kleinen Faultiers können ganz schön aufregend sein, wie ein Video aus Costa Rica beweist.

von
jcg

Die dramatische Faultiergeburt. (Video: Facebook/Steven Vela)

Faultiere verbringen praktisch ihr ganzes Leben hoch oben in den Baumkronen der tropischen Regenwälder Süd- und Mittelamerikas. Sie haben sich im Laufe der Evolution so perfekt an diese Lebensweise angepasst, dass sie nicht einmal zum Gebären festen Boden unter den Füsse brauchen. Das hat allerdings so seine Tücken, wie einige Touristen kürzlich miterleben konnten.

Die Gruppe unter der Leitung von Tourguide Steven Vela von Canoa Adventura in La Fortuna, Costa Rica, hielt am Strassenrand an, um sich ein Braunkehl-Faultier genauer anschauen zu können. Was keiner ahnte: Das Weibchen war mitten in den Wehen. Kurz darauf gebar sie ihr Baby und versuchte, es festzuhalten.

Sturz nach unten

Doch das kleine Geschöpf erwies sich als äusserst schlüpfrig und entglitt Mamas Griff. Das neue Leben drohte bereits wieder zu enden. Und tatsächlich fiel das Neugeborenen mehrere Zentimeter Richtung Waldboden. Doch schnell wurde sein Fall gebremst – von der Nabelschnur.

Das kleine Faultier schwang noch einige Augenblicke hin und her, dann packte es die Mutter und begann es, mit Faultier-untypischer Geschwindigkeit zu reinigen.

Gefilmt und auf Facebook gestellt hat die spektakuläre Geburt Tourguide Vela. Er schreibt dazu: «Ein Dreifinger-Faultier, das in der Wildnis ein Baby gebärt, sieht man nicht alle Tage.» Gegenüber CNN fügte er an: «Das ist definitiv die seltsamste Sache, die ich je gesehen hatte. Ich denke, ich werde nie mehr so etwas miterleben.»

Nicht wirklich ein Problem

Dass ein neugeborenes Faultier dank der Nabelschnur von einem fatalen Fall bewahrt wird, ist wahrscheinlich eher eine Ausnahme, sagt Rebecca Cliffe, die Direktorin der Faultierschutzstiftung in Costa Rica, zu «National Geographic». «Ich glaube nicht, dass das in jedem Fall passiert. Aber ich vermute, dass es ab und zu vorkommt und nicht wirklich ein Problem ist.»

Faultiere sind sehr scheue Tiere und Meister der Tarnung, wie Cliffe zu CNN sagte. Bereits eines in der Wildnis zu sehen, sei ein Glücksfall. Dann auch noch eine Geburt in der Wildnis zu beobachten sei äusserst speziell.

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