Aktualisiert 09.08.2011 21:03

Abdankung«Eine Feier, wie sie sich Nella gewünscht hätte»

Hunderte von Freunden, Fans und Musikerkollegen nahmen am Dienstag in Brissago Abschied von Nella Martinetti. Sie ehrten die Schlagersängerin mit musikalischen Auftritten.

von
lah

Die Ende Juli verstorbene Sängerin Nella Martinetti ist am Dienstag, den 9. August an ihrem Geburtsort Brissago im Tessin beigesetzt worden. Hunderte von Menschen, darunter viele Freundinnen und Freunde aus der Musikszene, gaben ihr das letzte Geleit. «Es war eine wunderschöne und würdevolle Trauerfeier, wie es sich Nella gewünscht hätte», sagte Monika Kaelin gegenüber 20 Minuten Online. Die «Prix Walo»-Präsidentin war seit 30 Jahren mit Martinetti befreundet.

Die Kirche Madonna del Ponte bot nicht für alle Platz, einige Trauergäste verfolgten die Gedenkfeier von draussen. Nach der schlichten katholischen Totenmesse folgte ein Gottesdienst mit musikalischen Auftritten. Monika Kaelin trug eine Trauerrede vor und jodelte zu Nellas Ehren ihr gemeinsames Lied «Wenn mir zwei es Beizli hätted ...». Der Auftritt fiel ihr allerdings nicht leicht: «Es war nicht einfach, wenn man jemanden so gern hatte», meinte Kaelin.

Martinetti vermittelte positives Bild vom Tessin

Auch andere Schweizer Musiker wie Monique, Suzanne Klee oder Pino Gasparini sangen für ihre Freundin Nella ein Ständchen. Den Auftritt der Gesangsgruppe Die vier Tenöre belohnten die Trauergäste sogar mit einer Standing Ovation. Liedermacher Peter Reber sagte gegenüber Keystone: «Sie war ein Farbtupfer im Schweizer Showbusiness, ich werde sie vermissen.» Nach der Beerdigung versammelte sich die Trauergemeinde im Hotel Brenscino in Brissago, um sich beim Apéretif über die gemeinsame Freundin zu unterhalten.

Die Gemeinde Brissago war durch Gemeindepräsident Roberto Ponti vertreten. Für viele Tessiner sei das Bild, das die Künstlerin von ihrem Heimatkanton in der Deutschschweiz gezeichnet habe, überholt und an der Grenze zum Kitsch gewesen, sagte er in seiner Rede. Dabei habe Nella Martinetti ein positives und sympathisches Bild vom Tessin vermittelt.

Die Sängerin des Volkes

Die 65-jährige Sängerin war am 29. Juli in Männedorf ZH einem Krebsleiden erlegen. Zu Beginn ihrer Karriere hatte sie sich auf Schlager konzentriert. Der grosse Erfolg setzte jedoch erst ein, als sie sich auf Tessiner Volkslieder verlegte. Mit dem heute noch bekannten Ohrwurm «Bella Musica» errang sie 1986 beim ersten Grandprix der Volksmusik gleich einen dreifachen Sieg.

Neben eigenen Liedern schrieb sie auch Texte für andere Interpreten. Ein Welterfolg wurde «Ne partez pas sans moi», mit dem Céline Dion 1988 den Concours Eurovision de la Chanson (den heutigen Eurovision Song Contest) gewann. Schon 1981 hatten Peter Sue und Marc mit dem von Nella getexteten «Io senza te» einen Concours-Erfolg verbucht.

Impressionen der Gedenkfeier von Nella Martinetti

Quelle: Keystone (lah/sda)

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