Eine Gynäkologin verrät, welche Unterwäsche ungesund ist
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Baumwoll-Tanga oder Spitzen-Slip?Eine Frauenärztin verrät, welche Unterhosen du meiden solltest

Für einen gesunden Intimbereich ist auch die richtige Unterhose wichtig. Welche das ist und wieso du nachts öfters unten ohne schlafen solltest, weiss Gynäkologin Dr. Lydia Charalampidou.

von
Johanna Senn

Unterhosen kommen jeden Tag zum Einsatz und doch gibt es ein paar Unsicherheiten, was das kleine Stück Stoff anbelangt: Sind Tangas wirklich so schlecht für die Intimzone von Frauen? Und ist nur Unterwäsche aus Baumwolle eine Investition wert? Wir haben uns mit Gynäkologin Dr. Lydia Charalampidou von der Ladies Permanence in Zürich-Stadelhofen unterhalten.

Dr. Charalampidou, gibts wirklich gute und schlechte Unterhosen? Eine Frau soll sich in ihrer Unterwäsche wohl und attraktiv fühlen. Das kann ein Panty aus Spitze oder die Omaunterhose sein. Für die Hygiene und die Gesundheit ist es aber wichtig, Unterwäsche aus dem passenden Stoff zu wählen. Gerade synthetische Materialien können Infektionen und Hautreizungen auslösen. Auch die Passform ist wichtig: Ist die Unterhose zu eng, kann das zum Beispiel die Haut irritieren.

Woher merkt man, ob eine Unterhose perfekt passt? Wenn die Unterhose nicht zwickt, die Nähte nicht stören und sich das Material nicht zu eng anfühlt.

Sind Tanga schädlicher als Panties? Das kann man so nicht sagen. Wenn die Stücke nicht zu eng sitzen und aus einem natürlichen Material wie Baumwolle oder Seide sind, ist regelmässiges Tangatragen kein Problem.

Wieso ist die Passform der Unterhose so wichtig? Ist das Höschen zu eng können durch die Bewegung Bakterien aus dem Analbereich nach vorne zu Vulva und Vagina wandern – gerade bei Tangas. Das ist nicht ideal, da diese Bakterien Infektionen oder Blasenentzündungen auslösen können.

Ob Tanga oder Slip ist nicht so wichtig – Hauptsache, die Unterhose sitzt und das Material passt.

Ob Tanga oder Slip ist nicht so wichtig – Hauptsache, die Unterhose sitzt und das Material passt.

Pexels/Alena Shekhovtcova

Welche Art von Unterwäsche ist aus gynäkologischer Sicht gar nicht zu empfehlen? Synthetische Unterwäsche wie etwa aus Lycra ist nicht empfehlenswert. Da diese Stoffe keine Luft durchlassen, bildet sich so eine Art Mikroklima, in dem sich Bakterien oder Pilze besonders wohl fühlen. Wenn jemand gar nicht darauf verzichten kann, sollte man dazu wenigstens eine luftdurchlässige Slipeinlage tragen.

Ist Baumwollunterwäsche wirklich am besten? Materialien wie Seide oder Baumwolle lassen Luft an den Intimbereich. Das kann das Wachstum von Bakterien verhindern.

«Synthetische Unterwäsche wie etwa aus Lycra ist nicht empfehlenswert», so die Expertin.

«Synthetische Unterwäsche wie etwa aus Lycra ist nicht empfehlenswert», so die Expertin.

Pexels/Polina Tankilevitch

Wie oft sollte man sein Höschen wechseln? Mindestens einmal täglich. Wenn die Unterwäsche feucht ist, weil man etwa darin geschwitzt hat, dann öfters. Wer hingegen gar nicht anfällig auf Vaginalpilze oder Infektionen ist, ein Höschen aus einem Naturstoff trägt und dazu noch eine Slipeinlage, die gewechselt wird, kann die Unterhose auch zwei Tage hintereinander tragen.

Sollte man nachts auf Unterwäsche verzichten? Ganz klar ja! So gelangt Luft an den Intimbereich, was wiederum gegen Bakterien und Pilze hilft.

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