Eine Freundin zu Tode geprügelt, eine schwer verletzt - Verwahrung
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Eine Freundin zu Tode geprügelt, eine schwer verletzt - Verwahrung

Das Zürcher Geschworenengericht schickt einen 48- jährigen alkoholkranken Tibeter in die Verwahrung, weil er «therapieresistent» sei. Er hatte seine damalige Freundin zu Tode geprügelt und eine weitere Partnerin lebensgefährlich verletzt.

Das Gericht qualifizierte die erste Tat als vorsätzliche Tötung, die zweite als versuchte vorsätzliche Tötung. Dazu kamen Körperverletzung und sexuelle Nötigung. Dem schweren Alkoholiker wurde eine in mittlerem Grad verminderte Zurechnungsfähigkeit zur Tatzeit sowie Eventualvorsatz - also bloss das in-Kauf-Nehmen des Todes - zugestanden.

Zu Gunsten der Verwahrung wird die 13-jährige Freiheitsstrafe aufgeschoben, die das Gericht verhängte. Der Staatsanwalt hatte 16 Jahre beziehungsweise Verwahrung gefordert, der Verteidiger erfolglos auf Einweisung in eine stationäre Massnahme plädiert.

Laut Gerichtspräsident Pierre Martin ist der Angeklagte «therapieresistent». Zudem bestehe eine hohe Rückfallgefahr. Der Tibeter prügelte im Oktober 2004 in einem Zürcher Hotelzimmer seine 35-jährige Freundin derart, dass sie an ihren Verletzungen starb.

Nach kurzer Haft kam er wieder frei, fand eine neue Freundin und wurde wieder gewalttätig. Die damals 46-Jährige überlebte die Prügel knapp, ist seither aber auf einem Auge blind.

Martin sprach von frappanten Parallelen: Der Angeklagte habe immer wieder alkoholabhängige Frauen als Freundinnen gewählt, sie von der Umwelt abgeschirmt und körperlich drangsaliert. (sda)

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