Newcomer 2014: Eine ganze Armada neuer Schweizer Bands
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Newcomer 2014Eine ganze Armada neuer Schweizer Bands

Sie klingen nach grosser, weiter Welt: Schweizer Musiker, die auch international den Durchbruch schaffen können.

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Böse Zungen könnten behaupten, die Schweiz leide in Sachen Musik unter Komplexen. Bands aus unserer Mitte werden häufig umso skeptischer beurteilt – «für Schweizer sind die echt gut», ist ein Satz, den man nur zu oft hört. 20 Minuten zeigt, welche Schweizer Newcomer unser musikalisches Selbstvertrauen 2014 aufbessern könnten.

Kadebostany – Verspielter Electro-Pop

Seine Band bezeichnet der Genfer DJ und Produzent Kadebostan gleich als ganzen Staat. Er selbst ist das Oberhaupt von Kadebostany, trägt standesgemäss Uniform und hat ein halbes Orchester im Rücken. Sängerin «Diva Amina» hält mit ihrer düsteren Stimme alles zusammen. Die Musik ist in erster Linie Electro-Pop, jedoch immer ergänzt mit Elementen aus der östlichen Folklore. Und trotz aller Verspieltheit verlieren Kadebostany nie ihre Eingängigkeit und ihren Popcharme. Bereits mit ihrem Debüt fanden Kadebostany auf internationaler Ebene Beachtung. Im Oktober folgte mit «Pop Collection» das zweite Werk.

Kadebostany - Jolan (Quelle: Youtube.com/KADEBOSTANY)

Wolfman – düster und geheimnisvoll

Seit das Zürcher Duo Wolfman mit seiner Single «All Is Random» das «Pop Demo of the Year» am M4music-Festival abgeräumt haben, ist ihr sphärischer Sound in aller Munde. Die Songs haben oft einen düsteren geheimnisvollen Charakter und erinnern mit den reduzierten Electro-Beats oft an die britischen Melancholiker von The XX. «Unified», das Debut von Wolfman ist voller verträumter Klanglandschaften, wie man sie hierzulande selten hört. Bei ihrem Auftritt am Zürich Open Air konnten sich Wolfman zum ersten Mal auf einer grossen Bühne beweisen.

Wolfman - «All Is Random» (Quelle: Youtube.com/wolfmanzurich)

Baba Shrimps – Fast schon stadiontauglich

Der Bandname mag nicht jedermanns Geschmack treffen. Die Musik von Baba Shrimps hat aber alles, was es braucht, um die Masse anzusprechen: Grosse Melodien, grosser Sound und eine herausragende Stimme. Dies kann man als aufgeblasen bezeichnen – oder aber man attestiert Baba Shrimps internationales Potenzial. Einen gewissen Stadion-Charakter lässt sich jedenfalls kaum leugnen. Mit der Verschmelzung von Synthesizer- und Folk-Elementen treffen Baba Shrimps den Nerv der Zeit, ohne anzubiedern. Im Dezember kündigten die vier Zürcher ihre neue EP «Europe» für 2014 an.

Baba Shrimps - «Europe» (Quelle: Youtube.com/babashrimpsVEVO)

We Invented Paris – Gitarrenlastige Pop-Hymnen

Wer sein Album «Rocket Spaceship Thing» nennt, hat höhere Ziele. Das Künstlerkollektiv We Invented Paris liebäugelt dementsprechend auch immer wieder mit dem Ausland – in Deutschland ist die Band um den Basler Flavian Graber mittlerweile erfolgreicher als hierzulande. Auch die Musik klingt gross: «Everyone Knows», die erste Single vom kommenden Album, ist eine gitarrenlastige Pop-Hymne wie sie im Buche steht. We Invented Paris haben sich zudem den Ruf als grossartige Liveband erspielt. Als Newcomer kann man die Truppe zwar nicht mehr wirklich bezeichnen, trotzdem darf die Schweiz 2014 auf sie hoffen.

We Invented Paris - «Everyone Knows»

Pedro Lehmann – Eine Stimme mit Gänsehaut-Faktor

Obwohl ihr Song «Hurricane» am M4music-Fesitval zum Genre-übergreifenden «Demo of the Year» gekürt wurde, ist es in den letzten Monaten erstaunlich ruhig um Pedro Lehmann geblieben. Das Ostschweizer Duo ist aber auch kein Fan von grossen Gesten und arbeitet im Hintergrund an seinem Debütalbum. Stille Denker sind sie und auch musikalisch geht es meist ruhig zu und her. Pedro Lehmann lieben es jedoch, diese Ruhe urplötzlich aufzubrechen, wobei vor allem der Gesang immer wieder für Gänsehaut sorgt.

Pedro Lehmann - «Hurricane» (Quelle: Youtube.com/Pedro Lehmann)

Wer ist Ihre Schweizer Musikhoffnung für dieses Jahr? Schreiben Sie Ihre Vorschläge ins Talkback.

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