Embedded Journalism: Eine gute Zeit mit der «GZSZ»-Crew
Aktualisiert

Embedded JournalismEine gute Zeit mit der «GZSZ»-Crew

Jeden Abend zeigt RTL die neuesten Intrigen seiner «Gute Zeiten, schlechte Zeiten»-Crew. Für einmal mittendrin: Zwei 20-Minuten-Redaktorinnen mit ihrer ersten Sprechrolle.

von
M. Zivadinovic und L. Sauter

«Danke, dass Sie so spontan Zeit für uns hatten» und: «Dankeschön, Ihnen auch!» – mit diesen zwei Sätzen schreiben wir persönliche «GZSZ»-Geschichte. Seit 20 Jahren schauen wir die erfolgreichste Daily Soap des deutschen Fernsehens regelmässig. Mitte Januar 2013 flatterte dann eine Einladung ans Set rein - samt Statistenrolle. Bedingung: Vorher genannte zwei Sätze müssten auswendig gelernt werden. Unser Drehpartner ist der Oberfiesling der Soap: Wolfgang Bahro alias Jo Gerner. Voilà, das Protokoll:

9:30 Uhr: Es ist soweit. Wir sind am Set von «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» in den Berliner Babelsberg-Studios angekommen. Der Empfang ist herzlich, wir sind ein kleines bisschen nervös, schliesslich waren wir bislang noch nie Statisten. Als Neu-Schauspieler dürfen wir in die Set-Kantine auf einen Kaffee mit den «GZSZ»-Stars. Die Schauspieler sind freundlich und üben fleissig das «Grüezi». Das kommt halt vor, wenn Schweizer unter Deutschen weilen.

10:15 Uhr: Ab in die Maske. Ein bisschen Puder schadet nie. Neben uns sitzt Isabell Horn alias Pia Koch. Sie plaudert mit uns, ist gut drauf.

10: 45 Uhr: Fünfminütige Fahrt zum Aussendreh. Im Büssli sitzen wir neben Wolfgang Bahro alias Jo Gerner. Es ist bitterkalt, auf dem «GZSZ»-Kiez liegt Schnee. Vor dem Vereinsheim wartet Thomas Drechsel alias Max «Tuner» Krüger auf seinen Einsatz. Gleich kommen auch wir dran. Die Regieanweisungen haben wir bereits erhalten.

11:00 Uhr: Es geht los mit unserer Schauspielkarriere! Wir spielen zwei Klientinnen von Jo Gerner - nicht gerade eine Hauptrolle, aber eine Sprechrolle immerhin: «Danke, dass Sie so spontan Zeit für uns hatten», sagen wir zum Serien-Bösewicht. Er antwortet: «Dankeschön, Ihnen auch!» Nach acht Wiederholungen ist die Regie zufrieden. Wir frieren. Der böse Gerner tröstet uns.

11:45 Uhr: Die Szene ist im Kasten. Jetzt gehts zurück in die Kantine. Zusammen mit den Schauspielern wird gegessen und geplaudert. Wir fühlen uns wohl, die «GZSZ»-Stars bleiben freundlich. Doch alles hat ein Ende. Adieu Schauspielkarriere, adieu «GZSZ».

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