Bassersdorf ZH: Eine halbe Million Franken abgezweigt

Aktualisiert

Bassersdorf ZHEine halbe Million Franken abgezweigt

Um einen aufwändigen Lebensstil zu finanzieren, hat ein Bassersdorfer Buchhalter einer Dietiker Transportfirma Planzer rund eine halbe Million Franken ertrogen. Nun wurden der Sohn eines Anwaltes und drei Komplizen zu bedingten Freiheitsstrafen bis zu 18 Monaten verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Im Mittelpunkt des zweiwöchigen Strafprozesses stand ein heute 26-jähriger Buchhalter aus Bassersdorf. Der Sohn eines bekannten Zürcher Rechtsanwaltes arbeitete früher längere Zeit bei der Dietiker Transportfirma Planzer. Fest steht, dass der Angeklagte im Januar 2008 auf die Idee kam, seine Arbeitgeberin widerrechtlich auszunehmen.

In fünf Monaten eine halbe Million Franken weg

Der Angeschuldigte nutzte seine Vertrauensstellung als Finanzverwalter schamlos aus und liess hohe Geldbeträge auf die Konten von drei eingeweihten Mittätern überweisen. Als die vier Männer im Juni 2008 aufflogen, waren bereits rund eine halbe Million Franken verschwunden. Der Hauptangeklagte gab zu, dass er einen Grossteil der Beute für einen aufwändigen Lebensstil ausgegeben hatte. Für teure Kleider, Ausgang und Edeluhren. Zudem investierte er in verlustreiche Börsengeschäfte. Er habe seinem erfolgreichen Vater nacheifern wollen, gab er als Tatmotiv an.

Bedingte Freiheitsstrafen

Vor zwei Wochen mussten sich die geständigen Angeklagten vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Ihnen drohten bedingte Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren.

Am Mittwoch hat das Gericht das Urteil eröffnet. Demnach wurde der Haupttäter aus Bassersdorf wegen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, Urkundenfälschung und Geldwäscherei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Zudem zu einer teilbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 60 Franken. Davon soll er 30 Tagessätze, also 1 800 Franken bezahlen.

Ein heute 24-jähriger Ex-Sachbearbeiter der Firma Planzer kassierte eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Zudem eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 65 Franken.

Milde für Mitläufer

Erheblich milder kamen zwei Mitläufer davon. Sie erhielten bedingte Geldstrafen von 150 Tagessätzen zu 60 Franken sowie 330 Tagessätze zu 40 Franken.

In einem wichtigen Zusatzpunkt erlitt die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis eine Schlappe. Sie hatte von den Tätern eine Ersatzforderung von einer halben Million Franken verlangt. Was das Gericht jedoch ablehnte. So soll der hauptbeschuldigte Juristensohn einen beachtlichen Teil der Beute bereits zurückerstattet haben.

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