Wieder 2 Stürze: Eine halbe Million für den Bruchpiloten?
Aktualisiert

Wieder 2 StürzeEine halbe Million für den Bruchpiloten?

Randy Krummenacher (23) wird seinen Ruf als Bruchpilot nicht los. Im Abschlusstraining ist er gleich zweimal gestürzt und muss aus der achten Startreihe losfahren.

von
Klaus Zaugg
Brünn

Er hat bereits 106 WM-Rennen bestritten, 39 davon in der Moto2-WM. Aber er ist immer noch Lehrling. Er befindet sich jetzt in einer kritischen Phase seiner Karriere und ist ins Niemandsland zwischen künftigem Siegfahrer und ewigem Talent geraten. Sein Potenzial ist unbestritten. Bereits 2007 hat der Zürcher Oberländer in Barcelona seinen ersten (und einzigen) Podestplatz herausgefahren (3. 125 ccm). Seine beste Klassierung in der Moto2-WM: Ein 4. Platz beim GP von Deutschland auf dem Sachsenring (2011).

Typisch für seine Karriere ist das Pech, das ihn oft unverschuldet im dümmsten Moment ereilt. Beim GP von Deutschland stürzte er zuletzt unverschuldet im Warm-Up vor dem Rennen und zog sich einen komplizierten Bruch des Zeige- und Mittelfingers der rechten Hand zu – nachdem er erstmals in seiner Karriere fünf GP ohne Sturz überstanden hatte. Eine Blessur, die ihn nach wie vor stark hemmt. Inzwischen braucht er für die ganze rechte Schulter einen Tapeverband. Weil er die rechte Hand nach wie vor nicht richtig gebrauchen kann und so den ganzen rechten Oberkörper verkrampft.

Desaster im Qualifying

In den drei freien Trainings vermochte er in Brünn recht gut mitzuhalten (18.). Das Qualifikationstraining endete hingegen im Desaster. Randy Krummenacher stürzte zweimal und nach dem zweiten Crash war das Bike unfahrbar und das Training zu Ende. Platz 22, letzte Startreihe. Er suchte gegenüber 20 Minuten Online gar nicht erst nach Ausreden. «Es ist mein Fehler. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl auf der Maschine und wollte im Übermut zu viel. Das hat sich gerächt.»

Ende August geht es bereits um seine Zukunft. Teammanager Fred Corminboeuf bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass er auch Randy Krummenacher auch 2014 als zweiten Fahrer neben Dominique Aegerter (21) im Team haben möchte. Das Problem: Teambesitzer Olivier Métraux ist der Sponsor von Dominique Aegerter. Der Berner hat also seinen Platz auf sicher. Randy Krummenachers Sponsoren müssen hingegen etwas mehr als eine halbe Million bezahlen, damit der Zürcher den Platz im Team bekommt.

Krummenacher bleibt optimistisch

Randy Krummenacher ist einer der wenigen Piloten im Fahrerlager ohne Manager. Er führt die Gespräche in der Regel selber. Er sagt gegenüber 20 Minuten: «Ich habe bereits mit vielen meiner Sponsoren gesprochen. Es sieht gut aus. Aber noch ist nicht klar, wer auch 2014 noch dabei ist und ob jene, die dabei bleiben, gleich viel bezahlen können.» Er hoffe, dass bis zum übernächsten GP in Misano (13. September) alles klar sei.

Die Frage geht an Teammanager Fred Corminboeuf. Ist es möglich, dass Randy Krummenacher allenfalls auch für weniger als bisher – sagen wir für rund 400 000 Franken statt einer halben Million seinen Platz im Team behalten kann? Er sagt, das sein alles eine Sache von Verhandlungen. Er sei aber zuversichtlich, dass man eine Lösung finden werde. Das letzte Wort hat am Ende ja sowieso Teambesitzer Olivier Métraux.

Es zeichnet sich so oder so eine Lösung ab. Denn Randy Krummenacher hat sich gut ins Team integriert, versteht sich gut mit Dominique Aegerter und ist inzwischen entgegen den anfänglichen Erwartungen keine echte Konkurrenz mehr für den Rohrbacher. Fred Corminboeuf sagt gegenüber 20 Minuten Online: „Es passt alles und es gibt für uns keinen Grund für einen Wechse. Wir werden alles daran setzen, auch dann eine Lösung finden, wenn seine Sponsoren weniger zahlen."

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