Kuscheln zum Geburtstag: Eine Handvoll Unterhosen für Spiess-Hegglin
Aktualisiert

Kuscheln zum GeburtstagEine Handvoll Unterhosen für Spiess-Hegglin

Jolanda Spiess-Hegglin lud an ihrem Geburtstag zum «heiteren Umarmen» mitten in Zug und sammelte Slips für einen guten Zweck. Zum ersten Mal zeigte sie sich dabei mit ihrem Mann.

von
mme

Es war eine ungewöhnliche Geburtstagsparty: Auf Facebook hatte Jolanda Spiess-Hegglin öffentlich dazu eingeladen, zu ihrem 35. Geburtstag am Donnerstag auf die Rössliwiese in Zug zu kommen, um sie dort «heiter zu umarmen», wie es in der Einladung hiess. Sie forderte zudem dazu auf, neu gekaufte Damenunterwäsche mitzunehmen, die sie der Caritas spenden will – als Zeichen gegen «Rape Culture» und «Victim Blaming».

«Weil heute mein Geburtstag ist»

Der Einladung folgten aber nur wenige: Auf der Rössliwiese fanden sich bloss etwa ein halbes Dutzend «Freunde und Unterstützer_innen» ein. Vor Ort waren aber rund doppelt so viele Medienvertreter, darunter auch eine Journalistin der «Süddeutschen Zeitung». Auch der Ehemann von Spiess-Hegglin, den sie seit Beginn der Zuger Sexaffäre immer abgeschirmt hatte, war gekommen. Er äusserte sich selber nie in öffentlich zum Fall – auch am Donnerstag nicht. Dafür erklärte Spiess-Hegglin, wieso sie sich von ihrem Mann begleiten liess: «Weil heute mein Geburtstag ist und er der wichtigste Mensch für mich ist.» Hier und da gabs dann tatsächlich eine Umarmung. Mehr als eine Handvoll Unterhosen für die Caritas dürften aber nicht zusammengekommen sein.

Teilnahme als Zeichen gegen «Hetzjagd»

Von den Teilnehmern an der Geburtstagsfeier kannte Spiess-Hegglin nicht alle persönlich. Dominik etwa war extra aus Zürich angereist – mit zwei neu gekauften Unterwäsche-Stücken aus dem Hause Calida. «Ich bin hierher gekommen, weil es ihr Wunsch war», sagte er. Er wolle damit ein Zeichen gegen die «Hetzjagd» setzen, die im Internet gegen Spiess-Hegglin im Gange sei. «Dagegen habe ich mich auch schon in einem Leserbrief eingesetzt. Nun wollte ich Spiess-Hegglin persönlich kennenlernen.» Dass nur so wenige Personen kamen, enttäusche ihn schon ein bisschen, räumte er ein. Ein Grund könne sein, dass sich halt nicht jeder Mann getraue, Damenunterwäsche zu kaufen.

Spiess-Hegglin sah das garstige Wetter als möglichen Grund für das magere Besucheraufkommen. Zudem sei die Einladung eher kurzfristig erfolgt. Online sei die Resonanz gross gewesen. In Zukunft wolle sie weitere ähnliche Aktionen lancieren.

Zum Schluss holte ihr Mann eine Flasche Champagner hervor, und die Teilnehmer an der Geburtstagsparty gönnten sich ein Gläschen. Auf der anderen Strassenseite beobachteten drei Polizisten das Grüppchen im Dunkeln auf der nassen Wiese.

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