Tea-Party-Kandidatin: Eine «Hexe» im US-Senat?

Aktualisiert

Tea-Party-KandidatinEine «Hexe» im US-Senat?

Amerikas neuer Politstar Christine O'Donnel hat in der Jugend mit Hexerei experimentiert. Weitere pikante Enthüllungen über die Tea-Party-Kandidatin könnten folgen.

von
pbl

Bill Maher zeigt Christine O'Donnells Hexerei-Geständnis. (Video: YouTube)

Ihr sensationeller Sieg bei der republikanischen Senatsvorwahl im Bundesstaat Delaware schockte Amerika und vor allem die Führung ihrer Partei. Sie sieht ihr Ziel in Gefahr, die Mehrheit im US-Senat zu erobern, denn die 41-jährige Christine O'Donnell, Kandidatin der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung, gilt bei der eigentlichen Wahl am 2. November als praktisch chancenlos. Zumal die Kandidatin nicht über alle Zweifel erhaben ist.

So bezeichnete die gläubige Katholikin einst Masturbation als Sünde. Nun ist ein Video von 1999 aufgetaucht, in dem O'Donnel zugab, in jungen Jahren «mit Hexerei experimentiert» und an einer «satanischen Messe» teilgenommen zu haben. Das Geständnis erfolgte in der satirischen Fernseh-Talkshow «Politically Incorrect», in der O'Donnell mehrfach Gast war. Moderator Bill Maher präsentierte den Clip mit sichtlichem Genuss am letzten Freitag in seiner heutigen Show «Real Time» auf dem Pay-TV-Sender HBO.

Talkshow-Auftritte abgesagt

Christine O'Donnell versuchte am Sonntag, das «Hexerei»-Geständnis mit einer witzigen Bemerkung herunterzuspielen: «Wie viele von euch haben sich an der Highschool nicht mit fragwürdigen Typen herumgetrieben?» fragte sie an einem republikanischen Picknick. Am gleichen Tag aber sagte sie zwei geplante Auftritte in nationalen Polit-Talkshows ab, angeblich aus «Termingründen». Politbeobachter äusserten Zweifel daran.

Das Hexerei-Video könnte der Republikanerin Ärger mit der religiösen Rechten einbringen. «Im südlichen Delaware gibt es viele Kirchgänger», sagte Parteistratege Karl Rove dem Sender «Fox News», ihnen müsse sich O'Donnell erklären. Zudem könnten neue Enthüllungen folgen. Er habe weitere Videos, die er zeigen werden, sofern O'Donnell nicht in seiner Sendung auftrete, drohte der für seine linksliberalen Ansichten bekannte Bill Maher: «Es ist wie bei einer Geiselkrise. Jede Woche gibt es eine neue Leiche.»

Deine Meinung