Auktion in Wien: Eine kaiserliche Haarlocke zum königlichen Preis
Aktualisiert

Auktion in WienEine kaiserliche Haarlocke zum königlichen Preis

In Wien wurden Memorabilia aus der Zeit der Donau-Monarchie versteigert. Franz Josefs Taschentuch brachte 2750 Euro ein, des Kaisers Haarlocke war einem Fan gar 13'720 Euro wert.

von
phi

Wer in Österreich den guten alten Zeit nachtrauert oder Fan der früheren Royals ist, für den war ein Besuch im Wiener Auktionshaus «Dorotheum» am 25. April königliche Pflicht. Dort kamen Objekte aus der Zeit der Doppel-Monarchie unter den Hammer – darunter auch persönliche Gegenstände von Kaiser Franz Josef I. und seiner Verwandten.

Endlich ein König, mag sich etwa der Käufer des «Kaiserlich österreichischem Hof-Giessers» gedacht haben, der für den Silberkrug 2250 Euro hinblätterte. Einem anderen war ein Baumwolltaschentuch des 1916 verstorbenen Regenten 2750 Euro wert – obwohl der Schätzpreis nur bei 600 bis 900 Euro lag. Hoffentlich ist der neue Besitzer im Nachhinein nicht ob der gezahlten Summe verschnupft! Derselbe Schätzpreis galt auch für Franz Josefs persönlichem Zigarrenspitz, das für 4750 Euro versteigert wurde.

Pfeife kommt mit Garantieschein

Der Zigarrenspitz («Meerschaum, Edelholz und Hornmundstück») stammte wie auch einige andere Exponate aus dem Fundus von Leibkammerdiener Eugen Ketterl, dem der Kaiser erlaubte, die Objekte an sich zu nehmen und zu veräussern, um das eigene Salär aufzubessern. Beim Rauch-Gerät bestätigte Ketterl schriftlich «die Echtheit dieses ausgemusterten Pfeifchens, welches ausschliesslich von Sr. K. u. K. apost. Majestät Franz Joseph I. benützt wurde. Schönbrunn 22. Mai 1915».

Weit über dem Schätzpreis wurde auch der «Behälter der ungarischen Königserde» abgesetzt. Statt 1200 bis 1600 Euro ergatterte ein Käufer das gute Stück für 10'000 Euro. Der Behälter war mit Erde aus allen ungarischen «Bundesländern» (Komitaten) befüllt. Des Kaisers goldene Manschettenknöpfe, ebenfalls mit Ketterl-Echtheitszertifikat, spülte 8750 Euro in die Kasse.

Schätzwert bei weitem übertroffen

Das Highlight der Auktion war zweifellos jedoch eine silbergraue Haarlocke des österreichischen Kaisers, die bei der Auktion für 13'720 Euro den Besitzer wechselte – und damit damit den Schätzwert um das 20-fache übertraf.

Der höchste Preis wurde allerdings für ein Porträt der Kaiserin Elisabeth von Franz Xaver Winterhalter bezahlt: 70'000 Euro. Auch das übertraf den Schätzwert um das Dreifache. Beobachtern zufolge reflektieren die hohen Preise die zunehmende Seltenheit kaiserlicher Memorabilien fast ein Jahrhundert nach dem Ende der Monarchie in Österreich.

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