Teure Nostalgie: Eine Box im Wert eines Ferraris – Riesen-Hype um «Pokémon»-Karten
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Teure NostalgieEine Box im Wert eines Ferraris – Riesen-Hype um «Pokémon»-Karten

Youtuber Logan Paul hat für zwei Millionen Dollar «Pokémon»-Päckli ersteigert. Jetzt machen es ihm viele nach. Unter anderem auch der Schweizer Streamer und Caster Pistolenhenry. Er erklärt, was den Hype ausmacht.

von
Riccardo Castellano
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Ein Blick auf die teuersten Pokémon-Karten, die verkauft wurden. Platz 10: Ein Bisaflor der ersten Edition (1999) für 22’615 Dollar. 

Ein Blick auf die teuersten Pokémon-Karten, die verkauft wurden. Platz 10: Ein Bisaflor der ersten Edition (1999) für 22’615 Dollar.

The Pokémon Company
Ein  glänzendes Turtok erster Edition (1999) ging schon für 45’100 Dollar über den Auktionstisch. 

Ein glänzendes Turtok erster Edition (1999) ging schon für 45’100 Dollar über den Auktionstisch.

The Pokémon Company
Knapp 60 dieser Karten wurden vom «Pokémon»-Präsidenten Tsunekazu Ishihara zu seinem 60. Geburtstag an seine Mitarbeiter verteilt. Letztes Jahr wurde eine davon für 50’500 Dollar auf Ebay verkauft.

Knapp 60 dieser Karten wurden vom «Pokémon»-Präsidenten Tsunekazu Ishihara zu seinem 60. Geburtstag an seine Mitarbeiter verteilt. Letztes Jahr wurde eine davon für 50’500 Dollar auf Ebay verkauft.

The Pokémon Company

Darum gehts

  • «Pokémon»-Päckli haben wieder an grosser Beliebtheit gewonnen.

  • Besonders Streamer zeigen ihre wertvolle Ausbeute live.

  • Youtuber Logan Paul will Päckli im Wert von zwei Millionen auspacken.

  • Auch der Schweizer Streamer und Caster Pistolenhenry macht mit.

  • Nostalgie sind der Auslöser des Hypes.

Kids aus den 90ern wissen: Um «Pokémon» gab es bereits damals einen Riesen-Hype. Sei dies wegen der TV-Serie, den Videospielen oder eben den Sammelkarten an sich. Auf dem Pausenplatz wurde oft damit gespielt oder gehandelt. Jetzt haben Streamer und Youtuber die Karten wieder entdeckt und verschaffen ihnen ein Comeback.

Die Kids aus den 90er-Jahren sind mittlerweile fast 30 Jahre alt. Viele haben mittlerweile einen fixen Lohn und müssen kein Sackgeld mehr für die Kärtli opfern. Und auch dank der Nostalgie steigen die Preise weiter. 2020 war ein Rekordjahr in Bezug auf die Summen verkaufter «Pokémon»-Karten. Besonders sogenannte Displays (ein Karton mit 36 Päckli) der ersten Generation haben sich im Preis vervielfacht.

Viel Geld, viele Zuschauer

Die steigenden Preise und der Hype haben die Streamer verursacht: Sie öffnen im Livestream mehrere Päckli und tausende Leute schauen dabei zu. Jeder will sehen: Verbirgt sich in den Päckli wohl eine wertvolle Karte? Der Youtuber Logan Paul hat im Oktober 2020 Päckli im Wert von 200’000 Dollar gekauft – ohne zu wissen, was drin ist. Diese öffnete er dann live auf seinem Kanal. Das Video hat mittlerweile mehr als elf Millionen Views. Er fand dabei unter anderem die seltenste und teuerste Karte (siehe Bildstrecke).

Auch hierzulande gibt es viele Fans der Karten. Daniel Stäger, Schweizer Streamer und Caster, ist ebenfalls auf den Zug aufgesprungen. Er sagt: «Logan Paul hat den Hype mit seiner Reichweite als erstes ins Rollen gebracht». Am 27. Februar, zum 25. Geburtsag von «Pokémon», will Logan Paul weitere Päckli im Livestream öffnen. «Dann zu einem kolossalen Wert von zwei Millionen Dollar», so Stäger.

Youtuber Logan Paul hat sich mehrere solcher Päckli im Wert von zwei Millionen Dollar gekauft.

Youtuber Logan Paul hat sich mehrere solcher Päckli im Wert von zwei Millionen Dollar gekauft.

Logan Paul

Auch in der Schweiz ein Hype

Stäger ist als Pistolenhenry bekannt. Er castet verschiedene «Fortnite»-Turniere auf seinem Kanal. Auch er wird bald ein kostspieliges Display aus dem Team Rocket First Edition mit seinen Streamer-Kollegen öffnen. Dieses hat er in den USA für rund 30’000 Dollar gekauft.

Die Fans können sich – wie auch bei Logan Paul – für einen grossen Batzen Geld ein Päckli sichern, welches live geöffnet wird. Dafür müssen sie 750 Franken bezahlen. Die teuerste Karte aus dem Set kann einen Wert von bis zu 8000 Franken haben. «Die meisten Käufer sind bis jetzt aus Deutschland, wo der Hype derzeit noch etwas grösser ist», sagt der 29-jährige Oberstufenlehrer.

Daniel Stäger aka Pistolenhenry.

Daniel Stäger aka Pistolenhenry.

Ein Glücksspiel im Livestream

Der Stream an sich erinnert an ein Glücksspiel: Es gibt Chancen, Karten im Wert von Tausend Franken zu gewinnen. Jedoch kann die Ausbeute auch nur bei wenigen hundert Franken liegen – womit die Zuschauer und Zuschauerinnen, die Geld investiert haben, einen Verlust einfahren würden. Trotzdem haben Leute auch bei Logan Paul für ein einziges Päckli bis zu 30’000 Franken gezahlt. «Diese fiebern und raten im Stream live mit und sind begeistert von jeder seltenen Karte», so Stäger.

Der Wert der Karten wird aber von bestimmten Institutionen in den USA festgelegt, beispielsweise der PSA (Professional Sports Authenticators). Frische Karten werden dort per Post eingereicht und erhalten je nach Zustand eine Wertung von eins bis zehn. Wirklich wertvoll sind nur Karten mit einem Grading von zehn. «Das ist aber schwierig», so Stäger, «denn nur kleine Kratzer, unschöne Ecken oder leicht gebleichte Druckfarben senken den Wert enorm».

Wer wissen will, wieviel solche Sammelkarten wert sind, kann sich oben in der Bildstrecke die zehn teuersten «Pokémon»-Karten ansehen.

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Deine Meinung

98 Kommentare
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Frank01

23.02.2021, 19:52

Bin 62 Jahre alt, kann keine der Fragen ankreuzen. Pokemon gab es damals noch nicht. Für den Gameboy war ich schon zu alt. Frage: woher haben die Jungen soviel Geld?

pokemon experte

23.02.2021, 14:21

Mit diesem und dem Artikel vom 23/02 haben jetzt alle das Gefühl ihre alten Pokemon Karten sind ein Vermögen wert. Dies ist nicht der Fall, wer auch immer das liest, deine Karten sind kein Vermögen wert.

Cpt. Future

23.02.2021, 14:14

Nicht Pokamon aber eine "Schwarzer Lotus" Karte von Magic nähme ich auch noch.