«Der Drachenläufer»: Eine Kindheit in Afghanistan
Aktualisiert

«Der Drachenläufer»Eine Kindheit in Afghanistan

Bald schon strömt die Menschheit in die Kinos, um Marc Forsters Bond-­Actionspektakel «Quantum of Solace» zu sehen.

von
Philippe Zweifel

Dass der Schweizer Regisseur auch anders kann, zeigt die berührende Verfilmung von Khaled Hosseinis Bestseller über eine Kindheit in Afghanistan und ihr jähes Ende.

Die Geschichte nimmt 1978 in Kabul ihren Lauf. Amir, Sohn eines wohlhabenden Afghanen, und Hassan, Sohn seines Hausdieners, sind Freunde – bis Amir seinen Kumpel im Stich lässt, als dieser von anderen Jugendlichen grausam erniedrigt und vergewaltigt wird. Nach dem Einmarsch der Roten Armee fliehen Amir und sein Vater in die USA. Jahre später bringen quälende Schuldgefühle Amir in sein vom Krieg zerrüttetes Land zurück – in die Zeit des Taliban-Regimes.

Ein Film, der ohne Stars, Spezialeffekte oder kernige Sprüche Erfolg haben will, braucht eine authentische, überzeugende Story – und genau das ist die Stärke des «Drachenläufers». Gedreht wurde mit afghanischen Schauspielern in der Landessprache und in Englisch, was die Handlung zusätzlich realistisch erscheinen lässt. So wird der Film zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle, der man sich nicht entziehen kann – ganz grosses Kino.

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