Haken zu gefährlich: Eine Löffel-Hand für den einäugigen Hassprediger
Aktualisiert

Haken zu gefährlichEine Löffel-Hand für den einäugigen Hassprediger

Der radikale Islamist Abu Hamsa al-Masri wartet in einem US-Gefängnis auf seinen Terror-Prozess. Seine Haken-Prothese musste er abgeben – bald bekommt er eine etwas harmlosere.

von
rey
So könnte der neue Aufsatz für Abu Hamsa al-Masri aussehen.

So könnte der neue Aufsatz für Abu Hamsa al-Masri aussehen.

Abu Hamsa al-Masri ist vergangenen Oktober von Grossbritannien an die USA ausgeliefert worden. Der radikale Islamist, der bei einer Explosion in Afghanistan ein Auge und beide Hände verloren hatte, muss sich dort für verschiedene Gräueltaten verantworten. Im Moment beschäftigt ihn vor allem eines: Er darf seine Haken, die er anstelle von Händen trug, nicht mehr benutzen – sie wurden ihm weggenommen, weil sie ein «Sicherheitsrisiko» darstellen.

«Seit fünf Monaten wartet Hamsa auf eine neue Prothese», sagt seine Verteidigerin Lindsay Lewis gegenüber «The Sun». «Es ist sehr frustrierend für ihn. Essen, die Toilette benutzen, den Wasserhahn aufdrehen – alles bereitet ihm grosse Schwierigkeiten.»

Einen «Spork» als Hand

Die Prothese soll Abu Hamsa al-Masris Lebensqualität verbessern. Wie Lewis gegenüber 20 Minuten bestätigt, soll sie unter anderem mit einem sogenannten Spork ausgestattet sein – einer Mischung aus Löffel und Gabel: «Der Spork ist ein Zusatz für die neue prostethische Vorrichtung, die Herr Hamsa zum Essen anbringen kann.»

Die Anklage sammelt unterdessen Beweise für den Prozess, der noch dieses Jahr stattfinden wird. Gemäss «Sun» arbeiten sie sich durch 3'240 Audiokassetten, 670 Videos, 619 Computer-CDs und 340 DVDs. Dem 54-jährigen al-Masri wird vorgeworfen, im Jahr 1998 an einer Geiselnahme westlicher Touristen im Jemen beteiligt gewesen zu sein. Ausserdem werden ihm die Einrichtung eines Terrorcamps im US-Bundesstaat Oregon in den Jahren 2000 und 2001 sowie die Unterstützung terroristischer Anschläge in Afghanistan in den Jahren 1999 bis 2001 zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung muss er mit lebenslanger Haft rechnen.

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