Aktualisiert 01.07.2020 11:13

Oberster Kantonsarzt

«Eine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen wie auch Clubs wäre jetzt vernünftig»

Der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri hält eine Maskenpflicht im ÖV, in Läden und Clubs für nötig. Es gehe darum, die Verbreitung des Virus frühzeitig in den Griff zu bekommen.

von
Bettina Zanni
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«Eine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen wie Clubs wäre aus epidemiologischer Sicht jetzt vernünftig», sagt Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte und Kantonsärztinnen der Schweiz VKS.

«Eine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen wie Clubs wäre aus epidemiologischer Sicht jetzt vernünftig», sagt Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte und Kantonsärztinnen der Schweiz VKS.

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Der VKS- Präsident betont jedoch, dass die Maskenpflicht nur begleitet von den Hygiene- und Abstandsregeln Sinn mache. «Eine Maskenpflicht ist nur ein Puzzlestein. Immer noch wichtiger ist das Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln.»

Der VKS- Präsident betont jedoch, dass die Maskenpflicht nur begleitet von den Hygiene- und Abstandsregeln Sinn mache. «Eine Maskenpflicht ist nur ein Puzzlestein. Immer noch wichtiger ist das Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln.»

KEYSTONE
Bartender women working with protective face mask and surgical gloves in night bar.

Bartender women working with protective face mask and surgical gloves in night bar.

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Darum gehts

  • Die Corona-Fälle nehmen in der Schweiz wieder zu.
  • Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte und Kantonsärztinnen der Schweiz VKS, findet, dass eine Maskenpflicht vernünftig wäre. Dazu zählt er auch Clubs.
  • «Will man eine Verbreitung verhindern, muss man sie verhindern, bevor sie da ist», sagt Hauri.

Mehrere Personen steckten sich kürzlich beim Feiern in Clubs mit dem Coronavirus an. Gleichzeitig registriert das Bundesamt für Gesundheit seit Tagen wieder eine steigende Anzahl bestätigter Infektionen mit dem Coronavirus. Am Mittwoch wurden mit 137 so viele positive Fälle wie seit Wochen nicht mehr vermeldet. «Eine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen wie auch Clubs wäre aus epidemiologischer Sicht jetzt vernünftig», sagt Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte und Kantonsärztinnen der Schweiz VKS.

Bei einer landesweiten Maskenpflicht zeigte der Bundesrat bis anhin Zurückhaltung. Angesichts der besonderen Lage tragen die Kantone die Hauptverantwortung für die Einführung eines Obligatoriums. In der Bevölkerung ist das Thema umstritten. Während eine Petition der Kampagnenorganisation Campax adressiert an den Bundesrat und die kantonalen Regierungen eine «Maskenpflicht im öv jetzt!» fordert, wehren sich andere dagegen. «Bei weniger als 1000 Neuansteckungen pro Tag auf 8,5 Mio. Menschen eine Maskenpflicht zu fordern, ist ‹Verarschung› der Menschen!», schrieb ein Twitterer etwa.

«Verhindern, bevor Verbreitung da ist»

Doch laut Rudolf Hauri sind solche empörte Reaktionen fehl am Platz. «Will man eine Verbreitung verhindern, muss man sie verhindern, bevor sie da ist.» Gleich verhalte es sich etwa bei einer gefährlichen Arbeit: «Man trägt die Schutzausrüstung ja auch, damit es zu keinem Unfall kommt – und nicht erst nach dem Unfall.»

Der VKS- Präsident betont jedoch, dass die Maskenpflicht nur begleitet von den Hygiene- und Abstandsregeln Sinn mache. «Eine Maskenpflicht ist nur ein Puzzlestein. Immer noch wichtiger ist das Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln.»

«Schweizweite Ansteckungen in Clubs»

Mit den Lockerungen habe man das Risiko von Ansteckungen in Clubs in Kauf genommen, sagt Hauri. «Die Infektionen sind nicht unerwartet. Sie flössen uns aber Respekt ein», sagt er im Namen der Kantonsärzte. So habe sich etwa gezeigt, dass Clubbesucher gerne in mehreren Clubs feiern und daher auch umso mehr Leute angesteckt werden können.

Zu Übertragungen kam es nicht nur in den Zürcher Clubs Plaza und Flamingo, in der Tesla-Bar in Spreitenbach und im Oltner Terminus. «Es ist schweizweit in Clubs zu Ansteckungen gekommen», sagt Hauri. Dabei beruft er sich auf den Austausch mit Kantonsarztkollegen. Zu den betroffenen Kantonen und zur Anzahl Fälle äussert er sich nicht weiter.

Hauri fordert, dass die Clubs ihre Schutzkonzepte «wirklich durchsetzen». Die Maximalzahl der zugelassenen Clubbesucher dürfe nicht überschritten und die Hygiene- und Abstandsregeln müssten konsequent eingehalten werden. «Es braucht Kontrollen von den Behörden.» Ebenso müssten die Clubbetreiber sicherstellen, dass die Besucher die Kontaktlisten korrekt ausfüllen. «Fake-Nummern könnten die Clubbetreiber etwa mit Testanrufen ausfindig machen.»

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110 Kommentare
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Immer zu spät

02.07.2020, 07:12

Ich würde Clubs wieder ganz schliessen. Die hätten nie geöffnet werden dürfen.

MeitschibeiII

02.07.2020, 04:48

Im Moment sind wir in Bayern 🇩🇪 in den Ferien. Hier herrscht allerstregste Maskenpflcht. Ohne Maske gibts keine Bedienung. Lästig aber offenbar notwendig.

Hansi

02.07.2020, 01:54

Überall, wo mehr als fünf Personen, auf engem Raum sind, sollte ab sofort ein Maskenobligatorium eingeführt werden!!@