Umfrage zeigt: Eine Mehrheit ist gegen den Kauf neuer Kampfjets
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Umfrage zeigtEine Mehrheit ist gegen den Kauf neuer Kampfjets

Geht es nach der Bevölkerung, würde der Armee nicht nur das Budget gekürzt – auch die Beschaffung neuer Kampfjets wäre vom Tisch. Das zeigt die zehnte Vimentis-Befragung.

von
jbu

Wenn im Mai das Gripen-Referendum vors Volk kommt, dürfte es erneut eng werden. Darauf deuten zumindest die Ergebnisse der neuesten Vimentis-Umfrage hin (siehe Box). Demnach spricht sich derzeit eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten gegen den Kauf neuer Kampfflugzeuge aus. Nur 36 Prozent sind dafür, der Rest ist unentschlossen.

Ähnlich verhalten sich die Mehrheiten bei der Frage, ob das Armeebudget gekürzt werden sollte. Anders als das Parlament, das im letzten Herbst eine Erhöhung des Budgets auf 5 Milliarden Franken durchgeboxt hatte, will eine Mehrheit der Befragten die Ausgaben der Armee reduzieren. Besonders deutlich fällt das Votum bei Umfrageteilnehmern mit tiefen Einkommen aus. 60 Prozent der Personen mit einem Einkommen unter 3000 Franken sind für eine Kürzung – bei Personen, die monatlich über 12'000 Franken verdienen, sind es nur 51 Prozent.

Kapazitätsausbau auf Schiene wichtiger als auf Strasse

Die Umfrage nimmt auch die Debatte über volle Züge und verstopfte Strassen auf, die nicht erst seit der Abstimmung zur Masseneinwanderung und über die Fabi-Vorlage in vollem Gang ist. In der Umfrage spricht sich eine Mehrheit von 60 Prozent dafür aus, dem Problem mit einem Kapazitätsausbau zu begegnen. Der Handlungsbedarf ist dabei nach Meinung der Umfrageteilnehmer auf der Schiene (53%) grösser als auf der Strasse (36%). Die Einführung reiner Stehplatzwagen im Bahnverkehr befürwortet die Hälfte der Befragten, 42 Prozent sind dagegen.

Ebenfalls ein politischer Dauerbrenner ist die Frage nach der Finanzierung der AHV. Eine deutliche Mehrheit von 69 Prozent ist der Meinung, dass die Altersvorsorge durch zusätzliche Einnahmen finanziert werden sollte. Rentenkürzungen oder die Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre werden hingegen deutlich abgelehnt. Hingegen sprechen sich fast vier von fünf Befragten für ein gleiches Rentenalter von Mann und Frau aus. Zudem soll das Rentenalter nach dem Willen der Mehrheit neu von der Belastung der beruflichen Tätigkeit abhängig gemacht werden.

Asylpolitik beschäftigt am meisten

Schliesslich fragte Vimentis auch nach der Zufriedenheit mit der Schweizer Politik. Während nur 5 Prozent angeben, zufrieden zu sein, bezeichnen sich 14 Prozent als unzufrieden. Die grosse Mehrheit der Befragten verortet sich irgendwo in der Mitte der Skala: 38 Prozent sind eher zufrieden, 35 Prozent eher unzufrieden. Den höchsten Handlungsbedarf sehen die Befragten in der Ausländer- und Asylpolitik, gefolgt von den Bereichen Gesundheitswesen und Einkommensverteilung.

20'000 Teilnehmer

Vimentis versteht sich als neutrale Schweizer Politplattform. Die Organisation führt jährlich eine Meinungsumfrage in der ganzen Schweiz durch, an der jeweils über 20‘000 Personen teilnehmen. Die Umfrage ist politisch neutral und steht unter dem Patronat der Parteipräsidenten der Grünen, CVP, FDP, BDP, GLP und den Parteien SP und SVP.

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