Bevölkerungswachstum: Eine Milliarde Afrikaner
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BevölkerungswachstumEine Milliarde Afrikaner

Die Bevölkerung des afrikanischen Kontinents hat in diesen Tagen die Milliardengrenze überschritten. Und bis zum Jahr 2050 wird nochmal eine Milliarde dazukommen.

von
dhr

Afrika, der krisengeplagte Kontinent, wo Hungersnöte und AIDS wie sonst nirgendwo die Menschen geisseln, wächst und wächst. In den letzten 25 Jahren hat sich die Bevölkerung des Kontinents von 500 Millionen auf eine Milliarde vedoppelt; jeden Monat kommen zwei Millionen dazu, das sind 24 Millionen in einem Jahr – das entspricht etwa der Bevölkerung von Rumänien oder Australien. Bis 2050 wird sich die Bevölkerung Afrikas voraussichtlich erneut auf dannzumal zwei Milliarden Menschen verdoppeln. Diese Zahlen stammen aus einem Datenreport der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW).

Hohe Fruchtbarkeitsrate

Südlich der Sahara wächst die Bevölkerung noch schneller; hier dürfte die Zahl der Menschen bis zum Jahr 2050 auf etwa 1,8 Milliarden steigen – mehr als doppelt so viel wie heute. Allerdings treffen diese Zahlen nur zu, wenn die Gesamtfruchtbarkeitsrate (die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau) in Afrika südlich der Sahara von jetzt 5,4 kontinuierlich auf eine ähnlich niedrige Höhe sinkt, wie sie derzeit in Europa herrscht. Garantiert ist diese allmähliche Abnahme jedoch nicht; in der jüngsten Vergangenheit sei die Fruchtbarkeitsrate in mehreren afrikanischen Ländern nicht oder nur in geringem Ausmass zurückgegangen, teilt die DSW mit.

Neben der hohen Fruchbarkeitsrate ist die junge Altersstruktur ein Hauptgrund für die Bevölkerungszunahme. In den Entwicklungsländern – nicht nur den afrikanischen – lebt

heute die grösste Jugendgeneration aller Zeiten. Fast ein Drittel der Menschen ist jünger als 15 Jahre (in Afrika südlich der Sahara sogar über 40%), insgesamt sind das etwa 1,7 Milliarden. Eine weitere Milliarde ist zwischen 15 und 24 Jahre alt.

Fast die Hälfte der Weltbevölkerung muss dem Datenreport zufolge mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Die rasante Zunahme der Bevölkerung verschärft das Armutsproblem zusätzlich; das Wirtschaftswachstum wird vom Bevölkerungswachstum umgehend wieder aufgezehrt. Immer mehr Menschen müssen mit Nahrung, Bildung, medizinischen Leistungen und Infrastruktur versorgt werden.

Europa schrumpft

Im Gegensatz zu den Entwicklungsländern wird die Bevölkerung der Industrieländer künftig abnehmen. Die Geburtenrate hat laut Datenreport zwar in einigen europäischen Staaten wie Spanien, Schweden und Russland in den vergangenen Jahren zugenommen, doch die Fruchtbarkeitsraten in Europa bleiben insgesamt auf einem niedrigen Niveau. Dies bedeutet, dass die Bevölkerung Europas schrumpfen wird. Heute leben 738 Millionen Menschen (11% der Weltbevölkerung) in Europa; 2050 werden es noch 702 Millionen (7% der Weltbevölkerung) sein.

Grafik: Bevölkerungsverteilung weltweit

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