Aktualisiert 07.03.2011 09:51

Twitter und Websendung

Eine Million für die Charlie-Sheen-Show

Charlie Sheen könnte mit seinem Twitter-Account eine Million Dollar jährlich verdienen, obwohl er seine Texte nicht selbst schreibt. Und: Seine Internet-Show feierte Premiere.

von
phi

Charlie Sheen hat jetzt eine Internet-Show: Über 100 000 Zuschauer verfolgten die Premiere von «Sheen's Corner» am 5. März auf dem Videoportal «UStream», doch der Erstling war offenbar kein Genuss. Der Schauspieler präsentierte ein «Winning»-Tattoo, nachdem sich das Wort zu seinem neuen Markenzeichen gemausert hat. 50 Minuten lang wurde vor allem gefaselt: «Was jetzt? Wir haben kein Material mehr», bemerkte der 45-Jährige während der Sendung selbst.

In der Internet-Show treten Freunde von Sheen und dessen «Göttin»Natalie Kenly auf. Im Beisein der Geliebten wendet sich «Onkel Charlie» auch direkt an seine Kinder: «Wenn ihr zuseht, sagt Mom, sie soll den Raum verlassen», sagte er. Und: «Daddy liebt euch.» Wenigstens bemerkte der gefallene «Two and a Half Men»-Star selbst, dass die erste Show ein Flop war: «Letzte Nacht war ein Verrat an der Bewegung. Mein Fehler», schrieb er und kündigte ein Entschuldigungsvideo in der nächsten Episode an.

Die erste Folge von «Sheen's Corner». Quelle: YouTube

Apropos Twitter: Der neue Account könnte Sheen jährlich Einnahmen von einer Million Dollar bescheren, spekuliert das «Wall Street Journal». Der Werbevermarkter «Ad.ly», der diverse Promi-Nachrichten im Angebot hat (20 Minuten Online berichtete), versucht jetzt, das Meistmögliche aus Sheens Mitteilungen herauszuholen. «Unser grösstes Problem ist, herauszufinden, was er wert ist. Alles, was er postet, wird zu einem Trend-Thema», rieb sich der Firmenchef Arnie Gullow-Singh verbal die Hände.

Wie das Geschäft läuft, zeigt er am Beispiel Kim Kardashian. Ein bezahlter Tweet sieht dann so aus: «Wenn doch jeder Urlaub so aufregend – und inklusive Johnny Depp wäre! Checkt den Trailer von The Tourist ab.» Gullow-Singh erklärte weiter: «Wir sagen: Nehmt nicht einen Promi, nehmt zehn. Startet nicht mit zwei Millionen Dollar, startet mit 50 000 oder 100 000. Lasst die Kampagne nicht sechs bis zwölf Monate laufen, sondern für einen bis 60 Tage. Ganz vereinfacht: Wir reduzieren das Risiko für beide Parteien.»

«Normalerweise schreibt er die Tweets nicht selbst»

Glaubt man dem Chefredaktor des US-Magazins «Radar», schreibt Sheen seine Tweets aber gar nicht selbst. «Ich verrate euch ein Geheimnis», sagte Dylan Howard in der TV-Sendung «Hollwood 411». «Normalerweise schreibt er die Tweets nicht selbst. Er hat einen – wie er sagt - `Tweet-Meister?.» Der Ghostwriter soll Bob Maron heissen und telefonisch von Sheen instruiert werden.

Höchstpersönlich jedoch versuchte der Darsteller jetzt den Eindruck zu verwischen, er sei antisemitisch (siehe Artikel «Alter Judenhass im neuen Promi-Gewand»). «Meine Mutter ist Jüdin. Hier wird es verwirrend: Wir wissen nicht, wer ihr Vater war», bekundete der Star in der Sendung «Access Hollywood Live». «Also schätze ich, dass das mich und meine Kinder auch zu Juden macht.»

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