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Eine Mindfulness-Expertin verrät, wie du stressfrei durch den Advent kommst

Glühwein-Apéros, Geschenkeshopping und bei der Arbeit stapeln sich die To-dos: Die Adventszeit ist für viele stressig statt besinnlich. Warum das so ist und wie Achtsamkeit dir jetzt hilft, verrät Mindfulness-Expertin Carina Iten.

von
Gloria Karthan

Carina, warum stresst uns die Adventszeit so sehr?

An diese Zeit sind viele Erwartungen und Termine geknüpft. Wir wollen zum Weihnachtsmarkt, Glühwein-Apéro mit Freunden und dazwischen noch Guetsli backen – aber trotzdem die Adventszeit in Ruhe geniessen. Wenn wir nicht bewusst Prioritäten setzen, kommt es unvermeidbar zu Interessenkonflikten. Zudem sind wir im letzten Monat des Jahres angekommen. Ein Ende stimmt meistens traurig oder zumindest melancholisch. Wir blicken nochmals zurück und reflektieren die vergangenen Monate, gleichzeitig steht das neue Jahr vor der Tür, es warten neue Herausforderungen, Ziele, Träume.

Wie kann Achtsamkeit jetzt helfen?

Achtsamkeit heisst in erster Linie, dass du keine weitere To-do-Liste abhaken musst, sondern im Moment ankommen darfst. Du kommst vom Tun ins Sein und das allein baut Druck ab. Bist du präsent, kannst du dich von Sorgen und Erwartungen lösen und dich voll und ganz auf den Moment einlassen ohne bereits an den nächsten Termin zu denken.

Selfcare ist kein weiteres Selbstoptimierungstool, sondern eine bewusste Einstellung dir selbst gegenüber.

Carina Iten, Mindfulness-Expertin

In der Badewanne wirds mir schnell langweilig und zum Yoga kann ich mich nur selten aufraffen. Wie finde ich heraus, welche Art von Selfcare mir gut tut?

Indem du auf dich und deinen Körper hörst. Geh dafür ein paar Minuten in die StilleMeditation hilft, eine Verbindung zu sich selbst aufzunehmen und den Fokus von aussen nach innen zu richten. Und lass dich von Blogs, Instagram oder Freunden inspirieren. Wichtig ist: Selfcare ist kein weiteres Selbstoptimierungstool, sondern eine bewusste Einstellung dir selbst gegenüber.

Muss ich für einen entspannten Advent vielleicht auch meine Erwartungen runterschrauben?

Erwartungen sind immer an einen bestimmten Output gekoppelt und geben nur ein falsches Gefühl von Kontrolle. Löst du dich davon, bleibst du auch bei unerwarteten Situationen gelassen und entspannter. Denn: Die Magie passiert ausserhalb unserer Komfortzone.

In Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass wir uns bewusst abgrenzen.

Carina Iten, Mindfulness-Expertin

Die Corona-Krise strapaziert unser Nervenkostüm zusätzlich. Was gilt es dieses Jahr besonders zu beachten?

In Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass wir uns bewusst abgrenzen. Mach deine Selfcare-Routine zur täglichen Priorität – geh regelmässig in die Natur, mach Sport, meditiere… Gut ist, was dir guttut. Das ist nicht egoistisch, sondern notwendig! In dieser turbulenten Zeit kann nur klar denken und handeln, wer in seiner Mitte ist.

Weihnachten feiern viele dieses Jahr im kleinen Kreis. Wie gehen Menschen, die ihre Energie aus der Family ziehen, damit um?

Die fehlende Nähe ist für viele belastend. Aber wir bekommen in diesem Jahr auch die Möglichkeit, eine neue Art Nähe und vor allem Tiefe zu schaffen.

Und wie schafft man das?

Schreibe deinen Liebsten einen Brief oder eine Karte und erzähle, welche ihrer Eigenschaften du in diesem Jahr besonders geschätzt oder vermisst hast, an welche Erlebnisse du gerne zurückdenkst und auf welche gemeinsamen Momente du dich jetzt freust. Nutze auch technische Hilfsmittel und versende liebevolle Sprachnachrichten oder organisiere ein virtuelles Weihnachtsessen. Und vor allem nutze die freie Zeit für dich und vertiefe die Verbindung zu dir selbst – du wirst womöglich ganz erstaunt sein, wen du kennenlernst.

Was hilft dir jetzt, achtsam zu bleiben und zu entspannen? Teile es mit uns in den Kommentaren.

Über Carina Iten

zvg

Carina Iten ist Journalistin, Mindfulness-Expertin und Meditationslehrerin und lebt in Zürich. Tipp: Auf ihrem Instagram-Account hat Carina einen achtsamen Adventskalender erstellt. Sie teilt jeden Tag einen kostenlosen Beitrag zum Thema Achtsamkeit, unter anderem Live-Meditationen,Yoga, Journaling, Selfcare-Tipps und mehr.

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1 Kommentar
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Nick B.

07.12.2020, 18:18

Die WEF flüchtete nach Singapur. Ich nach Mexiko, wo mich unglaubliches Wetter, weiße Strände, abenteuerliche Exkursionen, feines Essen, süffiges Bier, Erstklass-Tequila, tolle Musik und phänomenale Señoritas erwarteten. Home Office mach ich von meinem eleganten und geräumigen Hotelzimmer aus, von 16 bis 18 Uhr, Montag bis Mittwoch, sofern das Wetter schlecht ist, was bis heute noch nie der Fall war. Sobald mein 6-Monate-Visum abläuft, werde ich wieder für ein halbes Jahr verlängern.