Brand in Biel : «Eine Minute später und es hätte wohl Tote gegeben»
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Brand in Biel «Eine Minute später und es hätte wohl Tote gegeben»

Am frühen Sonntagmorgen ist in einem Wohnhaus in Biel ein Brand ausgebrochen. Nachbar Burak Seyban (20) versuchte die Einsatzkräfte zu unterstützen.

Darum gehts

  • In einem Wohnhaus in Biel ist am frühen Sonntagmorgen ein Feuer ausgebrochen.

  • Eine Frau wurde dabei schwer verletzt. Vier weitere Personen wurden für weitere Abklärungen ins Spital gebracht.

  • Ein Nachbar hat den Brand hautnah miterlebt.

An der Bieler Mettstrasse geriet in der Nacht auf Sonntag ein Wohnhaus in Brand. Als die Bieler Berufsfeuerwehr vor Ort eintraf, hatte sich das Feuer im ersten und zweiten Stock bereits ausgebreitet. Den Einsatzkräften gelang es, vier Personen – darunter zwei Kinder – die sich noch im Gebäude befanden, zu retten, wie die Berner Kantonspolizei mitteilt. Sie wurden mit Ambulanzen leicht verletzt ins Spital gebracht. Eine Frau wurde – offenbar nach einem Sturz – schwer verletzt auf dem Balkon im ersten Stock aufgefunden.

Den Notruf verständigt hat Nachbar Burak Seyban. «Ich hörte jemanden schreien und öffnete die Storen – da sah ich es brennen», erzählt der 20-Jährige. Nachdem er sich nach unten begeben hatte, beobachtete der junge Mann, wie im dritten Stock des Hauses zwei Erwachsene und zwei Kinder am Fenster nach Luft rangen. «Ich holte eine Leiter, um zu den Bewohnern zu gelangen oder ihnen den Weg nach unten zu ebnen, doch sie war leider zu kurz», erzählt Seyban. Auch ins Gebäude zu dringen sei unmöglich gewesen. Gemäss seinen Angaben war es die Mutter der Kinder, die aus dem Fenster auf den Balkon des ersten Stockes sprang und sich dabei schwere Verletzungen zuzog.

Haus nicht mehr bewohnbar

Die Feuerwehr konnte die Anwesenden schliesslich mittels Drehleiter aus dem brennenden Gebäude befreien. Doch es war offenbar mehr als fünf vor Zwölf: «Die Polizei meinte, wenn ich eine Minute später angerufen hätte, dann hätte es wohl Tote gegeben», so Seyban.

Der Brand konnte durch die rund 20 Angehörigen der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Aus Sicherheitsgründen wurde eine Brandwache gestellt, wie die Polizei schreibt. Das Wohnhaus wurde beim Brand stark beschädigt und ist aktuell nicht mehr bewohnbar. Für die betroffenen Personen wurde eine Unterbringungslösung gefunden. Während der Löscharbeiten musste der betroffene
Abschnitt der Mettstrasse für mehrere Stunden gesperrt werden.

Die Kantonspolizei Bern hat Ermittlungen zur Klärung der Brandursache und zur Höhe des Sachschadens aufgenommen.

(sul)

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