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Mail aus SotschiEine neue Generation

Täglich erreicht uns elektronische Post von unseren Reportern aus Sotschi. Marcel Allemann erklärt, warum er seine Vorurteile gegenüber Menschen aus Russland revidieren musste.

von
Marcel Allemann
Sotschi

Ich gebe es zu – ich hatte aufgrund einiger Erlebnisse Vorurteile gegenüber Russen, bevor ich die Reise in dieses Land antrat. Doch nach einer Woche in Sotschi muss ich diese massiv revidieren.

Ich kannte die Russen vor allem aus Ferien in Ägypten oder Thailand, die man sich in den schönsten Wochen des Jahres als Mittouristen in seiner Hotelanlage nicht wünscht, weil sie oft ungehobelt, laut und gegenüber Einheimischen unfreundlich auftreten. Dies hatte dazu geführt, dass ich, bevor ich ein Ferienhotel in von Russen oft frequentierten Ländern buche, stets auf Tripadvisor checkte, ob für dieses allenfalls eine «Russen-Warnung» vorliegt.

Inzwischen habe ich ein anderes Bild. Jene Russen, die ich hier bei meiner täglichen Arbeit kennengelernt habe, sind enorm hilfsbereit, sehr anständig und liebenswert. Es ist eine neue Generation, die Englisch spricht, sich dies hier zunutze machen will, sich für andere Kulturen interessiert und Fragen stellt.

Dass dies seine Zeit und Generationen gedauert hat, ist nichts als logisch. Denn an den Blick auf die gesamte Welt mussten sich die Russen nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs erst einmal gewöhnen.

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