Attentat in Paris: «Eine neue Methode des Terrors»
Aktualisiert

Attentat in Paris«Eine neue Methode des Terrors»

Angriffe wie auf «Charlie Hebdo» werden sich in diesem Jahr wiederholen, sagt Terrorismus-Experte Peter Neumann. Terroristen hätten ein neues System entdeckt.

von
nsa
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Bei der Stürmung eines jüdischen Supermarkts am 9. Januar kam es zu mehreren Explosionen.

Bei der Stürmung eines jüdischen Supermarkts am 9. Januar kam es zu mehreren Explosionen.

AFP/Gabrielle Chatelain
Der Geiselnehmer wurde beim Angriff getötet.

Der Geiselnehmer wurde beim Angriff getötet.

AFP/Gabrielle Chatelain
Menschen bringen sich in Sicherheit, als die Polizei zugreift.

Menschen bringen sich in Sicherheit, als die Polizei zugreift.

Keystone/AP/Michel Euler

Neu am Angriff auf die Redaktion des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» ist die spontane Ausführung. «Bisher haben sich die Dschihadisten auf komplizierte Aktionen fokussiert, die viel Planung und grosse Netzwerke erforderten – dabei sind sie meist aufgeflogen.» Das sagt Terrorismus-Experte Peter Neumann vom Londoner King's College in der ARD-Sendung «Hart aber fair».

In den letzten Monaten habe sich unter Dschihadisten aber die Taktik durchgesetzt, in kleinen Gruppen anzugreifen. «Seit den Angriffen der Terror-Miliz Islamischer Staat haben die Terroristen herausgefunden, dass sie auch mit kleinen Aktionen unglaublich viel Angst schüren können.»

«Solche Attentate werden zur Geschichte von 2015 werden»

Das Vorgehen der Täter von Paris stellt für den Terrorexperten Neumann eine «neue Methode» dar. Kleine Gruppen von zwei bis drei Angreifern mit Kalaschnikows seien bisher noch sehr selten gewesen. Für die Terroristen stelle diese Taktik aber einen vergleichsweise kleinen Aufwand mit maximaler Wirkung dar. «Wir haben zehn Jahre lang unglaubliches Glück gehabt», sagte Neumann. Und: «Solche Attentate werden zur Geschichte des Jahres 2015 werden.»

Terrorismus-Experten hätten die gefährliche Situation schon lange vorausgesagt, so Neumann. «Durch den Konflikt in Syrien ist eine Situation entstanden, die der von Afghanistan in den 1980er-Jahren gleicht.» Auch damals seien schon Rückkehrer in ihrer Heimat zu Terroristen geworden. «Das führt zur grössten dschihadistischen Bedrohung, die wir seit über zehn Jahren gesehen haben.» Neumann befürchtet nun, dass sich solche Anschläge in diesem Jahr wiederholen.

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