Aktualisiert 06.11.2015 09:23

Jeff Saibene

«Eine Niederlage gegen St. Gallen wäre bitter»

Jeff Saibene spricht über seinen Abgang in St. Gallen, die Siegesserie mit Thun und freut sich auf das Direktduell am Sonntag.

von
Peter Berger

Jeff Saibene, vier Spiele mit Thun, vier Siege. Wie erklären Sie sich diese Serie?

Die Mannschaft setzt meine Philosophie gut um. Zudem ist das Team extrem lernwillig und bodenständig. Die Spieler ergänzen sich auch gut.

Adi Hütter siegte bei YB auch gleich fünfmal in Serie, jetzt blieb er vier Spiele sieglos.

Ich glaube nicht, dass wir kein Spiel mehr verlieren (lacht). Nein, wir sind nicht Basel und uns durchaus bewusst, dass die Serie irgendwann reissen wird. Wichtig ist, dass wir nach einer Niederlage reagieren und regelmässig immer wieder Punkte holen.

Wo sehen Sie das Potenzial?

Ich will keinen Rang nennen. Ich habe dem Team gesagt: Wir dürfen unsere Tugenden nie verlieren. Wir siegen nicht locker, sondern dank guter Organisation und gutem Teamgeist. Wenn wir das beibehalten, können wir eine gute Rolle spielen und um die Europacup-Plätze kämpfen.

Ihr Einstieg war happig, Sie weinten bei der Verabschiedung in St. Gallen, zwei Tage später leiteten Sie in Thun das erste Training.

Beim Abschied kamen all die Emotionen noch einmal hoch. Es ist natürlich selten, dass man so in Freundschaft auseinandergeht. Diese Bilder haben nicht gelogen. Wir sind wirklich Freunde. Präsident Dölf Früh schickte mir nach jedem Sieg mit Thun ein SMS. Vizepräsident Pascal Kesseli gratulierte ebenfalls. Im Gegenzug rief ich Früh an, um ihn nach dem Cup-Aus gegen Luzern aufzumuntern.

Sie hätten in St. Gallen einen Vertrag bis 2017 gehabt, traten aber freiwillig zurück. Hatten Sie keine Angst, länger arbeitslos zu bleiben?

Das soll jetzt nicht überheblich tönen: Ich hatte das Gefühl und Vertrauen, dass ich einen sauberen Schlussstrich ziehen konnte und wieder etwas finden würde. Natürlich wäre ich als junger Trainer nie freiwillig zurückgetreten.

Hofften Sie nicht auf ein Engagement bei einem grösseren Club?

Nein, mir gefällt es hier und in dieser Region ausgezeichnet. Ich habe hier alles, auch einen gewissen Namen. Der würde mir zum Beispiel in der 2. Bundesliga fehlen. Da wäre ich wohl nach drei Niederlagen wieder weg.

Dann ist Thun für Sie kein Abstieg?

Nein. Klar ist hier alles etwas kleiner als in St. Gallen, weniger Zuschauer, weniger Angestellte und so weiter. Aber bei den wirklich entscheidenden Details gibt es keine Unterschiede mehr.

Und jetzt kommt es am Sonntag zum Wiedersehen mit den Freunden aus St. Gallen.

Ich finde es wirklich schön, dass wir ein so gutes Verhältnis haben. Auf der anderen Seite bin ich jetzt aber mit Leib und Seele in Thun. Diese neue Aufgabe ist eine riesige Motivation für mich und bereitet mir enormen Spass.

Hand aufs Herz: Wäre es schlimm, wenn die Serie ausgerechnet gegen St. Gallen enden würde?

Das wäre bitter. Wir möchten unbedingt mit einem positiven Resultat in die Länderspielpause und uns so im Mittelfeld festsetzen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.