Aktualisiert 06.07.2012 13:27

Streifzüge durch 60 Dörfer

Eine Ode ans Kaff

Das gibt Appetit auf Bratwurst mit Rösti: Die kleinsten Dörfer der Schweiz bezaubern mit Behäbigkeit und Natürlichkeit, wie die Neuauflage des Buchs «Landjäger» zeigt.

von
Susanne Lüthi

Der «Landjäger» unternimmt Streifzüge durch 60 Schweizer Dörfer, deren Einwohner etwas gemeinsam haben. Sie alle können mit Fug und Recht behaupten, dass sie in einem veritablen Kaff wohnen. Die Orte, von Aeschi bis Warth, zählen alle maximal gut 2000 Einwohner. Manche von ihnen gar viel, sehr viel weniger. Ausgesucht wurden sie von den beiden Verfasserinnen, Denise Locher und Flurina Gradin, weil sie, fernab von Agglomerationswuchs und Touristenschwärmen, bislang ihren eigenständigen Charakter bewahren konnten.

Das heisst aber nicht, dass die Weiler Besuchern nichts zu bieten hätten. Gefunden haben Locher und Gradin Hofläden mit Bio-Leckereien, Wirtshäuser, die einladen, mehr als nur einen kurzen Halt zu machen, Bäckereien mit Süssigkeiten, die versprechen, auf den Hüften hängen zu bleiben und Gasthöfe, in denen Zimmer das müde Haupt auf rot-weiss karierten Kissenbezügen gebettet werden kann.

Im «Landjäger» wird jedes der Nestchen nicht nur mit Worten, sondern auch in Bildern vorgestellt. Beim Durchblättern bekommt man plötzlich Appetit auf Bratwurst mit Rösti und fragt sich, ob man denn wirklich jeden Urlaub in den Big Apple jetten muss. Wieso nicht mal eine kleine, gemütliche Reise durch die Schweizer Käffer planen?

Um einem möglichen Kulturschock entgegenzuwirken, empfehlen wir im grössten der kleinen Fleckchen anzufangen, das wäre Courgenay im Jura mit 2150 Einwohnern. Die Reise führt dann durch immer kleiner werdende Orte, bis Sie schliesslich im bündnerischen Augio auf nicht mehr als 22 Einheimische stossen werden. Liebe Grüsse an alle!

Landjäger

Denise Locher, Flurina Gradin

3. Auflage, Fr. 32.00

Zu beziehen über www.landjagd.ch.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.