Aktualisiert 03.03.2011 11:26

Charlie Sheen

Eine Schlammschlacht für Millionen

Polizisten haben Charlie Sheens Kinder abgeholt, nachdem dessen Ex ihm Gewalt – und neu Antisemitismus vorgeworfen hat. Nun startet der Schauspieler die Gegenoffensive.

von
phi

Es ist langsam gar nicht mehr so leicht herauszufinden, welche irren Sachen Charlie Sheen über wen in welchem Interview gesagt hat. Bevor auf die immer schrecklichere Schlammschlacht zwischen dem Schauspieler und seiner Ex Brooke Mueller eingegangen wird, hier die einzig erfreuliche Meldung, die den Serienstar betrifft: Nur einen Tag nach Einrichtung seines Twitter-Accounts hat Sheen die Marke von einer Million Followern geknackt.

Allerdings hatte der Mann auch Hilfe: Der Werbevermarkter «Ad.ly», über den man auch Tweets von Prominenten wie 50 Cent oder aber Alanis Morissette «mieten» kann, war wohl nicht aus Uneigennützigkeit bei der Einrichtung behilflich. Pro Minute meldeten sich dann 2500 Leute an, die Sheens Ausführungen lesen wollen: Der 45-Jährige bedankte sich artig bei seinen Fans, als er die Million zusammenhatte.

«Sagt nicht Tschüss, sagt bis später»

Doch die schlechten Nachrichten für Sheen überwiegen bei Weitem. Seine knapp zwei Jahre alten Zwillinge sind am 3. März in Los Angeles von der Polizei abgeholt worden. In einem Video auf «Radar Online» ist zu sehen, wie sich der Vater von Bob und Max verabschiedet: «Sagt nicht Tschüss, sagt bis später», hört man den Schauspieler sagen.

Brooke Mueller hatte sich wegen diverser Probleme mit ihrem Ex an die Polizei gewandt. Dass der ihr Gewalt angedroht hatte, war schon bekannt. Doch die Polizei-Akten zeigen, dass die Mutter der Zwillinge Sheen auch Antisemitismus vorwirft. Es geht um eine SMS vom 19. Februar 2011, in der sich «Onkel Charlie» über seinen Manager Mark Burg äussert. «Ich muss Mark B exekutieren, weil er ein dummes Juden-Schwein ist», besagt der Text. Zuvor hatte Sheen sich schon mit einigen wirren Bemerkungen über den jüdischen Produzent Chuck Lorre verdächtig gemacht, antisemitisch zu sein.

Drogen- und Antisemitismusvorwürfe

Der «Two and a Half Men»-Star bekundete nach der Veröffentlichung, er habe die SMS nicht geschrieben und deutete an, seine Gespielinnen könnten aussagen, dass Brooke Mueller selbst an Sheens Telefon herumgespielt habe. Auch Manager Burg äusserte sich: «Wir managen Charlie seit 12 oder 13 Jahren und ich glaube nicht, dass er so was jemals schicken würde. Charlie Sheens Entertainment-Anwalt Jake Bloom ist jüdisch. Charlie Sheens Prozess-Anwalt Marty Singer ist jüdisch. Charlie Sheens [Ex-]Publizist Stan Rosenfield ist jüdisch. Charlie Sheens Ex-Frau ist jüdisch, also sind es seine beiden Jungs Bob und Max.»

Brooke Mueller hat sich daraufhin laut «Radar» die Hilfe zweier Spitzenanwälte gesichert. Sie sei an jenem Tag bei einem Shooting mit Paris Hilton gewesen und könne beweisen, dass sie die SMS nicht geschrieben haben kann. Sheen wiederum beschuldigt seine Ex-Frau, weiterhin drogenabhängig zu sein. Er präsentierte ein Foto, auf dem Muellers Fahrausweis mit einer Crack-Pfeife und Kokain zu sehen ist: Das Bild soll im jüngsten Bahamas-Urlaub entstanden sein, bei dem der Schauspieler auch mehrere Geliebte mitnahm. Auch Sheen selbst machte einen Drogentest: den vierten in vier Tagen. Er war laut «Radar» negativ.

Mueller: Ich wollte wegen der Zwillinge ihn nicht verärgern

Warum Mueller in diese Ferien überhaupt mitgefahren ist, wird in der einstweiligen Verfügung des US-Gerichts deutlich. Sheen habe gedroht, ihr den Kopf abzuschneiden, mit einem Stift ins Auge zu stechen und ihr auf die Füsse zu spucken. «Er schlug mich auch auf den Arm», heisst es in dem Dokument aus Los Angeles. Dann flog sie mit ihm und seinen Freundinnen Natalie Kenly und Bree Olson auf die Bahamas. «Ich wollte nicht gehen. Ich hatte Angst, ich könnte den Beklagten wütend machen, wenn ich nicht gehe.»

Mueller fürchtete, Sheen sei verrückt geworden. «Ich wollte den Beklagten nicht verärgern, weil ich ein neues Heim für die Jungs wollte und ich versuchte mein Bestes, den Beklagten bei Laune zu halten, damit wir mit Blick auf die Jungs und ihre finanzielle Sicherheit eine bessere Beziehung haben können.» Am 23. Februar habe es aber Streit gegeben, der ausgeartet sei und Sheens angeblichen Beschimpfungen und Drohungen zur Folge hatte. Einen Tag darauf sei sie abgeflogen. Die Verhandlungen in dem Fall des Ex-Paares sollen nun am 22. März beginnen. Die Schlammschlacht dürfte dann nicht weniger dreckig werden ...

Ein aktueller US-TV-Bericht zum Sheen-Skandal. Quelle: YouTube

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