Aktualisiert 20.12.2011 17:53

Viel BlechschadenEine Schneefront deckt die Schweiz zu

Schnee à gogo: Die weisse Pracht sorgt nicht nur für viel Freude, sondern auch für zahlreiche Unfälle. Eine Warmfront putzt aber im Flachland den Winter schon bald weg.

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«Wir versinken im Schnee. Seit den frühen Morgenstunden kommt eine Riesenladung nieder, bereits liegen gegen 40 Zentimeter», meldet ein Leser-Reporter aus dem auf 550 Meter über Meer gelegenen Visp VS. In der Tat: Die ganze Schweiz liegt derzeit unter einer mehr oder weniger dicken Schneedecke. Im Flachland ist sie zwischen 10 und 20 Zentimeter dick.

Dies bleibt nicht ohne Folgen: Alleine im Kanton Zürich hat es am Dienstagvormittag über 100 Mal gekracht. Beim Hotel «Dolder» am Zürichberg etwa geriet ein Auto ins Rutschen und kippte auf die Seite (siehe Bildstrecke). Besonders vorsichtig müssen die Autolenker im Kanton Baselland fahren: Wegen Sparmassnahmen verzichten die Gemeindedienste auf eine Schwarzräumung der Kantonsstrassen. Das zuständige Tiefbauamt rät den Autofahrern, ihr Auto «winterkonform auszurüsten».

Lastwagen rutscht in Personenwagen

Auf der Axenstrasse geriet ein rumänischer Lastwagen auf der schneebedeckten Fahrbahn zwischen Sisikon UR und Flüelen UR ins Schleudern und prallte in einen entgegenkommenden Personenwagen. Dessen Lenkerin wurde im Fahrzeug eingeklemmt und verletzt.

Der Aargauer Kantonspolizei wurden rund 35 Unfälle gemeldet. Bei den meisten Unfällen blieb es bei Blechschäden, vereinzelt wurden Personen leicht verletzt. In Buochs NW zog sich ein 25-jähriger Autofahrer bei einem Schleuderunfall auf vereister Strasse mittelschwere Verletzungen zu.

Auch auf den schneebedeckten Strassen im Kanton Schwyz ereigneten sich am Dienstag zahlreiche Unfälle. Zwischen 7.30 und 15 Uhr gingen bei der Kantonspolizei ein Dutzend Meldungen ein. In den meisten Fällen blieb es bei Sachschäden. Auch im Kanton Waadt ereigneten sich rund 25 Unfälle.

Matterhorn Gotthard Bahn unterbrochen

Bei der Kantonspolizei Graubünden gingen Meldungen über rund ein Dutzend Verkehrsunfälle mit Blechschäden ein. Der sonst wintersichere Lukmanierpass wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Die ergiebigen Schneefälle führten am Oberalppass zu einem Betriebsunterbruch bei der Matterhorn Gotthard Bahn. Diese konnte zwischen Dieni GR und Nätschen ob Andermatt UR wegen Lawinengefahr nicht mehr verkehren.

In der Stadt Bern sorgte ein Brand im Tramdepot am Morgen für Behinderungen im öffentlichen Verkehr. Auch die Zürcher Verkehrsbetriebe hatten mit Schwierigkeiten wegen des Schnees zu kämpfen. Sonst verlief der Verkehr auf dem Schweizer Schienennetz normal.

Zum Teil grosse Lawinengefahr

Laut dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung fielen nördlich der Linie Rhone-Rhein, im Gotthardgebiet und im Wallis 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee, in den Glarner Alpen und im Mattertal bis 60 Zentimeter. Für die Urner und Glarner Alpen sowie das Moutatal wurde deshalb die Stufe 4 - grosse Lawinengefahr - verhängt.

Für den übrigen Alpennordhang, das Wallis, das Tessin sowie Nord- und Mittelbünden gilt die Stufe 3, die erhebliche Gefahr bedeutet. Im Tessin und in den Bündner Südtälern herrscht mässige Lawinengefahr, also Stufe 2.

Warmfront putzt Schnee weg

Der Schneefall lässt nun im Flachland langsam nach: «Im Mittelland schneit es sich gegen Abend aus, dann kommt wärmere Luft und die Schneefallgrenze steigt», sagt Roger Perret von MeteoNews. An den Voralpen hingegen hält der starke Schneefall weiter an, 10 bis 20 Zentimeter zusätzlicher Schnee sind zu erwarten.

Am Mittwoch ist laut Perret nur noch mit wenig Niederschlag zu rechnen. In der Nacht auf Donnerstag trifft eine Warmfront die Schweiz, die Schneefallgrenze steigt dann auf über 1000 Meter an. «Dies dürfte den Schnee im Flachland wegputzen», so Perret.

Es gibt aber immer noch Hoffnung auf weisse Weihnachten: «In der Nacht auf Heiligabend trifft eine Kaltfront die Schweiz, mit etwas Glück sorgen dann Schneeschauer im Flachland für ein weisses Fest.»

(am/sda)

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