Aktualisiert 08.06.2011 13:42

Sex sells nicht mehrEine Sex-Dynastie steckt in roten Zahlen

Beate Uhse eröffnete einst weltweit als erste einen Sexshop. Nach ihrem Tod schwächelt ihr Imperium, denn im Internet ist Erotik jederzeit und gratis zu haben.

von
whr
Im letzten Jahrhundert noch anstössig, heute schon fast bieder: Erotik-Outfit von Beate Uhse.

Im letzten Jahrhundert noch anstössig, heute schon fast bieder: Erotik-Outfit von Beate Uhse.

Der angeschlagene Erotikkonzern Beate Uhse steckt in den roten Zahlen fest, dämmt die Verluste aber ein. Im ersten Quartal fuhr der Anbieter einen operativen Verlust von 84 000 Euro ein, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von fast einer Million Euro verbucht worden war. Der Umsatz fiel nach Verkauf oder Schliessung von 29 Geschäften um 28 Prozent auf rund 40 Millionen Euro, wie Beate Uhse am Mittwoch in Flensburg mitteilte.

Der Sex-Konzern war 2010 mit fast 20 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht, der Umsatz war um 14 Prozent auf 198 Millionen Euro eingebrochen. Kostenlose Sexfilme im Internet setzen Deutschlands grössten Erotikkonzern seit Jahren unter Druck. Ausserdem muss Beate Uhse seit Jahren Läden schliessen, weil Kunden wegbleiben.

Umzug nach Holland

Der Vorstand sieht das Unternehmen trotz der Probleme auf gutem Kurs. «Unser strategisches Restrukturierungsprogramm fängt an zu greifen», erklärte Vorstandssprecher Serge van der Hooft. Er nannte als Beispiel der Sanierungserfolge die Trennung von Filialen und den Umzug eines Grosshandelslagers von Wiesbaden nach Almere in Holland. Die Zahl der Mitarbeiter fiel im ersten Quartal um 10 Prozent auf 958. Inzwischen arbeiten mehr Beate-Uhse-Mitarbeiter in Holland als in Deutschland.

Für 2011 erwartet der Vorstand einen Umsatz von um die 140 Millionen Euro. Das operative Ergebnis soll auf Verluste von 4 bis 6 Millionen Euro begrenzt werden. (whr/dapd)

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