Hoppers-Juwel Petar Pusic (22) - «Eine so gute Stimmung habe ich bei GC noch nie erlebt»
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Hoppers-Juwel Petar Pusic (22)«Eine so gute Stimmung habe ich bei GC noch nie erlebt»

Nach zwei Jahren in der Challenge League steht der Rekordmeister GC vor der Rückkehr ins Oberhaus. Im Interview spricht Mittelfeldspieler Petar Pusic (22) über den Saison-Endspurt, die Unruhen rund um den Club und die U-21-EM.

von
Lucas Werder
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Hoppers-Eigengewächs Petar Pusic ist auf dem GC-Campus zum Profi gereift.

Hoppers-Eigengewächs Petar Pusic ist auf dem GC-Campus zum Profi gereift.

20min/Michael Scherrer
Allzu lange möchte der Mittelfeldspieler aber nicht mehr bei seinem Herzensclub bleiben.

Allzu lange möchte der Mittelfeldspieler aber nicht mehr bei seinem Herzensclub bleiben.

20min/Michael Scherrer
118 Spiele hat Pusic schon für GC absolviert.

118 Spiele hat Pusic schon für GC absolviert.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Am Mittwochabend empfängt GC im Cup-Viertelfinal St. Gallen.

  • Hoppers-Mittelfeldspieler Petar Pusic ist mit der bisherigen Saison zufrieden.

  • «Alles andere als der direkte Aufstieg wäre eine Enttäuschung», sagt er.

  • Ein drittes Jahr in der Challenge League wäre für ihn keine Option.

Am Mittwochabend gehts im Cup-Viertelfinal gegen YB-Bezwinger St. Gallen. Gelingt den Grasshoppers ein Exploit?

Ich hab mir St. Gallen als Gegner gewünscht. Gegen diesen Gegner sehe ich für uns eher eine Chance als gegen YB. In einem Spiel ist für uns alles möglich. Klar wollen wir in den Halbfinal.

In der Challenge League steht der Endspurt an. GC steht mit vier Punkten Vorsprung auf Platz 1. Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Saison?

Resultatmässig hat es diese Saison bislang gepasst. Das ist das Wichtigste. Aber klar ist auch, dass wir uns spielerisch weiter verbessern wollen. Wir müssen nochmals aufdrehen, damit vorne keine Spannung mehr aufkommt.

Wie wichtig ist der Aufstieg für GC?

Das ist alles entscheidend! GC gehört in die Super League. Der Aufstieg wird erwartet, das weiss jeder Spieler. Alles andere als der direkte Aufstieg wäre eine Enttäuschung.

Sportlich lief es in den letzten Monaten rund. Abseits des Platzes geriet der Club aber immer wieder in die Schlagzeilen. War das in der Mannschaft spürbar?

Ehrlich gesagt, nur sehr am Rande. In den Medien konnte man teilweise lesen, dass die Stimmung im Team schlecht sei. Das entspricht absolut nicht der Wahrheit. Die Mannschaft harmoniert auch in der Kabine hervorragend. Die portugiesischen Spieler beschäftigt das alles sowieso nur sehr wenig. Und wir, die schon länger hier sind, kennen solche Situationen bereits.

Lässt sich die Stimmung auf dem GC-Campus überhaupt mit jener in der Abstiegssaison vor zwei Jahren vergleichen?

Das sind zwei komplett unterschiedliche Welten. Als wir unter Murat Yakin (Anmerkung: Herbst 2017) in der Super League zwischenzeitlich auf Platz drei standen, war die Stimmung auch gut. Eine so konstant positive Stimmung wie jetzt, habe ich aber bei GC noch nie erlebt.

Wie beurteilen Sie persönliche Ihre Entwicklung in den letzten Monaten?

Da bin ich sehr selbstkritisch. Mit meiner spielerischen Entwicklung bin ich nur mässig zufrieden. Dabei geht es mir nicht um Statistiken oder ähnliches. Es war zu Saisonbeginn einmal mehr eine komplett neue Mannschaft, das macht alles schwieriger. Als Person habe ich mich aber sicher weiterentwickelt. Ich bin einer, der Verantwortung übernimmt. Früher war ich der Junior, der den Sprung in die erste Mannschaft geschafft hatte. Jetzt bin ich ein Führungsspieler, der Druck aushalten muss. Aber das gefällt mir.

Wie sehen die nächsten zwei bis drei Jahre in Ihrer Karriere aus?

Ich will den nächsten Schritt machen. Wenn wir aufsteigen sollten, bleibe ich gerne eine weitere Saison bei GC. Ein drittes Jahr in der Challenge League ist für mich keine Option, da bin ich ehrlich. Ich bin ein «GC-Bueb», aber früher oder später will jeder junge Spieler den Sprung ins Ausland schaffen. Egal, ob ich bei meinem Herzensverein spiele.

In welche Liga könnten Sie sich einen Wechsel vorstellen?

Ich habe keinen konkreten Wunsch, was Verein oder Liga anbelangt. Mir ist es wichtiger, in einer Mannschaft zu spielen, die eine gewisse Spielphilosophie hat. Eine offensive Philosophie mit viel Ballbesitz, in die ich als Spielertyp auch hineinpasse.

Warum hat es bislang mit einem Wechsel nicht geklappt?

GC hat mir zu Beginn der Saison gesagt, dass ich eine wichtige Rolle übernehmen werde. Da war für mich klar, dass ich hier bleibe und das Beste daraus mache. Auch wenn ich meiner Meinung nach nicht viel für den Abstieg von GC konnte, wäre ein Aufstieg doch auch ein Stück Wiedergutmachung.

Wäre ein Wechsel innerhalb der Super League denkbar?

Sollten wir aufsteigen, sehe ich keinen Grund dafür.

Ende März standen Sie mit der U-21-Nati an der EM im Einsatz. Was war das für ein Erlebnis?

Das war eine fantastische Erfahrung. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft war unbeschreiblich. So etwas habe ich noch nie erlebt.

Sie sind im zweiten Spiel gegen Kroatien zum Einsatz gekommen. Ein spezielles Spiel für Sie?

Klar. Meine Eltern kommen beide aus Kroatien und ich habe Familie dort. Ich bin aber hier aufgewachsen. Darum war für mich immer klar, dass ich für die Schweiz spielen will. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.

Wie gross ist der Ärger über das Verpassen des Halbfinals?

Es ärgert mich immer noch, wenn ich an das 2:3 gegen Kroatien zurückdenke. Gegen Portugal im letzten Spiel war schnell klar, dass die Chancen gering sind. Aber gegen Kroatien hatte ich das Gefühl, das wird klappen. Und die Chancen dazu hatten wir ja auch. Dieses Spiel ist rückblickend der Knackpunkt, ein Unentschieden hätte fürs Weiterkommen gereicht.

Auch wenn Ihre Zeit in der U-21 damit kein schönes Ende genommen hat, strahlen Sie, wenn Sie über das Turnier sprechen.

Es war trotz des Ausscheidens ein unfassbar tolles Erlebnis. Es wäre ein Traum, so etwas nochmals mit der A-Nati erleben zu dürfen.

Petar Pusic

Im Februar 2017 debütiert der damals 18-Jährige Petar Pusci für GC in der Super League. Ein halbes Jahr später hat sich das Eigengewächs bereits im GC-Zentrum etabliert. In der Abstiegssaison 2018/2019 verliert er unter Thorsten Fink seinen Stammplatz, kehrt erst nach dessen Entlassung gegen Ende Saison in die GC-Startelf zurück. In den knapp zwei Jahren Challenge League gehört Pusic seitdem zu den unbestrittenen Leistungsträgern. Der gebürtige Schaffhauser gilt als äusserst polyvalent und kommt regelmässig auch auf dem Flügel zum Einsatz. Mit seinen 22 Jahren hat er bereits 118 Spiele im Hoppers-Trikot absolviert und dabei 12 Tore erzielt. Pusic hat seit der U-17 sämtliche Nationalmannschaftsstufen druchlaufen. Für die U-21 hat er 16 Länderspiele auf dem Konto. (law)

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