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Miss AmericaEine Soldatin hat das Krönchen im Visier

Miss Kansas spricht Chinesisch, ist tätowiert und Bogenschützin. Nun will Theresa Vail Miss America werden. Manche glauben, die Soldatin habe das «Zeug zum Star».

von
phi

«Die Miss-America-Wahl an diesem Sonntag wird sich von denen der vorherigen Jahre ein wenig abheben», schreibt «Business Insider»: Theresa Vail ist die zweite Soldatin, die um den Titel kämpft. Die 23-Jährige tritt damit am 15. September in die Fussstapfen der Militär-Medizinerin Jill Stevens, die als Miss Utah 2007 am Finale teilnahm. Vail ist eine Miss, die so gar nichts mit den üblichen Schönheitsköniginnen gemein hat.

Die 23-Jährige studiert an der Kansas State University, belegt Chemie und Sinologie und spricht Chinesisch. Erst wollte sie zum FBI, dann entscheidet sie sich mit 17 Jahren für eine Ausbildung zur Zahnmedizinerin bei der Nationalgarde, schreibt sie auf ihrer Website. Bevor sie den Soldaten an Gurgel und Kiefer durfte, musste sie aber erst deren Handwerk lernen. Seither kennt sie sich mit Mechanik aus und kann exzellent mit einem Sturmgewehr umgehen. Sie beherrscht das Fallschirmspringen, das Bogenschiessen und Boxen.

«Sie hat das Zeug zum Star»

Ihre Flexibilität stellte als Anwärterin auf den Miss-Kansas-Titel unter Beweis, als ihre Bogen-Vorführung wegen der Projektile untersagt wurde. Vail disponierte kurzerhand um «Ich habe noch nie in meinem Leben Oper gesungen. Ich habe damals im High-School-Chor mal Sopran gesungen, aber seither nicht mehr und sicherlich keine Opern.» Organisatorin Kim Brom lobte im «People»-Magazin: «Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so fokussiert ist. Sie hat das Zeug zum Star.»

Früher fuhr die Frau sogar Töff-Rennen, doch seit einem Unfall mit mehreren Brüchen an der Hand lässt Theresa die Finger davon. Dafür kann sie ein Reh abziehen und kennt ein Rezept für Eichhörnchen-Eintopf. «Niemand erwartet, dass eine Soldatin Schönheitskönigin wird», fasst sie im Gespräch mit «People» zusammen. «Aber bei mir dreht sich alles um das Brechen von Klischees.»

Als Kind gemobbt

Der Grund für Vails Charakterstärke: Sie kommt von ganz unten. «Ich wurde als Kind gemobbt. Es war so schlimm, dass ich mir fast das Leben genommen habe. Mein Dad nahm mich mit auf die Jagd und rettete mein Leben.» Der Vater ist ebenfalls ein Army-Zahnarzt, der in Deutschland stationiert war. Theresa war damals zehn Jahre alt und wurde von dieser Erfahrung geprägt. «Mädchen in von Männern dominierten Outdoor-Sportarten zu stärken, ist meine Leidenschaft.»

Oft würden Schönheitsköniginnen von Mädchen angehimmelt, so Vail. «Ich will, dass sie wissen, dass ich kein perfektes Leben hatte und dass wahre Schönheit von innen kommt.» Deshalb wird sie auch als erste Miss-Amercia-Kandidatin ihre Tattoos zeigen. «Wie kann ich anderen Frauen sagen, dass sie furchtlos und ehrlich mit sich selbst sein sollen, wenn ich nicht dasselbe tue?»

Theresa Vail über Soldatinnen und Schönheitswettbewerbe. Quelle: YouTube/laxmi bhandari

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