Aktualisiert 07.01.2008 21:04

Eine Stunde am Tod vorbei

Nach zwanzig Jahren in einer Todeszelle im US-Staat Ohio ist der 43-jährige Brite Ken Richey auf freiem Fuss. Regierung und der Papst unterstützten ihn während seiner Haftzeit.

Er legte im Fall der Tötung einer Zweijährigen keinen Widerspruch gegen eine Verurteilung in drei Anklagepunkten ein. Damit wurde sein Strafmass einer Absprache folgend auf die bereits von ihm abgebüsste Zeit festgelegt und er konnte das Gefängnis verlassen.

Richey, der vor dreizehn Jahren ein Mal nur eine Stunde von seiner Hinrichtung entfernt war, wurde bereits 1986 verurteilt. Fast am Ende seiner Berufungsmöglichkeiten angelangt, hob 2005 schliesslich ein Berufungsgericht das Todesurteil auf. Diese Entscheidung wurde im August dieses Jahres bestätigt. Richey wies den Vorwurf, einen Brand gelegt zu haben, bei dem ein zweijähriges Mädchen ums Leben kam, stets zurück. Der 43-Jährige hatte der Absprache mit der Staatsanwaltschaft, die ihm nun die Freiheit sichert, bereits Ende Dezember zugestimmt. Kurz vor einem Gerichtstermin wurde Richey jedoch wegen Herzbeschwerden in ein Krankenhaus eingeliefert.

Richeys Anwalt hatte damals erklärt, sein Mandant werde die ihm zur Last gelegten Straftaten wie fahrlässige Tötung und Gefährdung eines Kindes nicht weiter bestreiten. Ein Schuldeingeständnis soll damit allerdings nicht verbunden sein, wie sein Anwalt betonte. Richey hat in der Zeit seiner Haft Unterstützung von Mitgliedern des britischen Parlaments und vom verstorbenen Papst Johannes Paul II. bekommen. (dapd)

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