Aktualisiert 25.06.2011 08:00

U21-EM-Final

«Eine super-sensationelle Möglichkeit»

Die Schweizer U21-Nationalmannschaft ist an der EM noch ungeschlagen. Trainer Pierluigi Tami will dafür Sorgen, dass es im Final gegen Spanien so bleibt.

von
Eva Tedesco, Aarhus

Pierluigi Tami, wie gross ist die Herausforderung gegen ein Land im Final zu stehen, dessen A-Nationalmannschaft Europa- und Weltmeister ist?

Soviel ich weiss, sind Xavi und Iniesta ja nicht dabei... (lacht) Das ist eine super-sensationelle Möglichkeit für uns. Wir haben vier gute Spiele gemacht und wollen diese guten Spiele nun gegen eine grosse Mannschaft bestätigen. Das ist die Herausforderung. In diesem Final treffen die zwei besten Mannschaften des Turniers aufeinander. Und was kann man sich schöneres vorstellen, als gegen Spanien in einem EM-Final zu stehen?

Sie sagen im Final stehen sich die zwei besten Teams des Turniers gegenüber. Wer ist der Favorit für Sie?

Spanien ist und bleibt für mich Favorit – das ist klar. Aber die Chancen ein Spiel zu gewinnen stehen immer bei fünfzig zu fünfzig. Unser Weg in den Final gibt uns Selbstvertrauen und Sicherheit. Ich bin sehr stolz darauf, was die Mannschaft bisher in diesem Turnier und den vier Spielen geleistet hat. Sehr stolz und auch zufrieden. Ich möchte bei der Gelegenheit aber eine andere Qualität meiner Mannschaft hervorheben und das ist Persönlichkeit. Alle dreiundzwanzig Spieler haben mir vor und während des Turniers gezeigt, dass sie die Initiative ergreifen wollen, dass sie den Willen haben etwas zu erreichen und mit Mut spielen – von den Verteidigern bis zu den Stürmern. Und mich freut die gegenseitige Unterstützung im Team. Ob Xherdan Shaqiri, Inno Emeghara, Admir Mehmedi, Mario Gavranovic oder Frank Feltscher – alle arbeiten offensiv als auch defensiv mit und übernehmen Verantwortung.

Vor einem Jahr hat die A-Nati vorgemacht, wie man Spanien bezwingt. Werden Sie auch die ähnliche Wie-mauere-ich-mich-zum-Sieg-Taktik anwenden?

Wir haben eine andere Philosophie. Wir müssen unser Spiel durchziehen und unsere Qualitäten ausspielen.

Das Spiel der Spanier zeichnet sich durch ihren Ballbesitz aus. An der EM gab es Partien, in denen sie bis zu 70 Prozent im Besitz des Balles waren. Kann die Schweiz diesem Spiel standhalten?

Das Wort «standhalten» gefällt mir nicht. Das klingt so, als ob wir schon in Rückstand wären. Am liebsten würden sie den Ball gar nicht hergeben. Am Besten ist, wenn wir ihnen den erst gar nicht überlassen. Aber Ballbesitz allein macht auch noch kein Resultat.

Wie sieht Ihre Vorbereitung auf das Finale aus?

Ja, wie schaut die aus... In erster Linie ist für die Spieler jede Minute, jede Stunde der Regeneration wichtig. Ich konzentriere mich immer gleich auf die nächste Aufgabe. Ich werde den Final aber wie jedes andere Spiel vorbereiten. Das heisst, wir studieren jedes Detail über den Gegner und präsentiere sie am Freitag der Mannschaft. Aber danach konzentriere ich die ganze Energie auf uns und für uns wichtige Punkte.

Was stellen Sie die Spieler auf das kapitale Spiel ein?

Diese Mannschaft muss ich nicht motivieren. Die Spieler im Einzelnen brauchen alle etwas anderes. Der eine will, dass man viel mit ihm spricht, bei einem anderen reicht vielleicht schon ein Blickkontakt.

Und wie bereiten Sie sich vor? Sind Sie nervös?

Nervös nicht, eher positiv angespannt. Ich gehe in der Nacht vor den Spielen noch alle Varianten und Möglichkeiten durch, die in so einem Spiel passieren können, dann bin ich gewappnet und kann reagieren, ohne dass ich mir erst etwas überlegen muss. Ich bin gerne auf alles vorbereitet.

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