Aktualisiert 07.08.2018 00:22

Grosses FischsterbenEine Tonne tote Fische aus dem Rhein gezogen

Im Rhein haben Fischer bereits eine Tonne tote Fische eingesammelt. Es droht ein Fischsterben wie im Hitzesommer 2003.

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tam

Die Fische nutzen jeden noch so kleinen Schattenplatz im Rhein, um der Hitze im Wasser zu entkommen. (Video: tam)

Eine Tonne tote Fische sind zwischen dem Bodensee und dem Rheinfall in den vergangenen Tagen gestorben. «Wir müssen fast machtlos zuschauen, wie die Äschen wegen der Hitze verenden», sagt Samuel Gründler vom Schweizerischen Fischereiverband. Jahrzehnte lang hätten die Fischer dem Bestand Sorge getragen und nun würde diese Arbeit in nur wenigen Tagen vernichtet.

Man versuche Tag und Nacht so viele Fische zu retten wie möglich. Doch das ist ein schwieriges Unterfangen, weil die Wassertemperatur in vielen Gewässern hoch ist. Im Rhein beträgt sie etwa über 27 Grad. Unter dieser Hitze leiden vor allem die kälteliebenden Äschen.

Abgesperrt und evakuiert

Ab 23 Grad zeigen diese Fische erste Stresssymptome. Deshalb hat unter anderem auf dem Rhein ein grösseres Fischsterben eingesetzt. So schlimm wie im Hitzesommer 2003 ist es bisher noch nicht. Damals sind schlagartig 90 Prozent der Äschen verendet.

Um so viele Fische wie möglich zu retten, haben die Kantone Schaffhausen, Thurgau und Zürich in Zusammenarbeit mit den Fischern verschiedene Massnahmen ergriffen haben. So wurden in den vergangenen Wochen zum Beispiel Bereiche abgesperrt, wo es Schatten gibt oder kühles Grundwasser in den Fluss tritt. Ebenso wurden Fische in kleinen Gewässern evakuiert.

Fische verstecken sich unter Holzsteg

Eine der Massnahmen betrifft auch die Touristen, die sich derzeit ums Rheinfallbecken drängeln. Sie dürfen einen hölzernen Steg nicht mehr betreten, weil sich darunter Äschen in 18 Grad kühlem Grundwasser erholen. Würden die Touristen über das Geländer lehnen, würden die Fische zurück ins viel zu warme Wasser flüchten.

Doch die Massnahmen reichen nicht aus, um das Fischsterben zu verhindern. «Wir haben alles gemacht, was wir konnten. Nun können wir nur noch auf Regen und Entspannung hoffen», so Gründler. Auch wenn es nun kühler werde, gehe es noch eine Zeit, bis sich die Fische vom Stress erholt haben.

Wasser nicht beeinträchtigt

Für die Schwimmer ist die Situation nicht gefährlich. Die Qualität des Wassers wird durch die toten Fische kaum beeinträchtigt. Die Bevölkerung wird aber gebeten, die toten Fische nicht anzufassen. Die Fischer indessen hoffen, dass die Schwimmer die abgesperrten Bereiche meiden, um die Fische nicht unnötig zu stören. (tam/sda)

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