Jacksons Vermächtnis: Eine Truhe voller Songs und eine Profiteurin
Aktualisiert

Jacksons VermächtnisEine Truhe voller Songs und eine Profiteurin

Die Gerüchteküche brodelt: Laut der «Times» liegen im Archiv von Michael Jackson rund 100 unbekannte Songs, die der Künstler nur für drei ihm nahestehende Personen aufgenommen haben soll - aber jetzt könnte seine Mutter Katherine davon profitieren.

Jackson soll die besagten Songs nur für seine Kinder aufgenommen haben und nicht für die Öffentlichkeit. Aber Tote können sich ja bekanntlich nicht wehren: Aufgrund Jacksons Schulden - angeblich bis zu 500 Millionen Dollar - wird über eine baldige Veröffentlichung spekuliert, zumal seine CDs seit dessen Tod reissenden Absatz finden. Doch will man diese Songs überhaupt hören?

Jackson ist nicht der erste Star mit einer posthumen Karriere. Vom Rapper Tupac Shakur erschienen nach seinem Tode 1996 noch sechs Alben mit neuem Studiomaterial. Livemusiker generieren oft noch mehr. Jimi Hendrix hat beispielsweise zu seinen Lebzeiten lediglich vier Alben veröffentlicht. Fünfzig weitere folgten, die unzähligen illegalen Bootlegs nicht eingerechnet.

Ein Fest für die Ohren oder eher peinlich?

Hört man hinein in die unveröffentlichten Songs, die in den letzten Jahren vorzugsweise im Internet in Umlauf kamen, schwankt die Qualität der Stücke zwischen fantastisch bis banal. Auf «Gangsta (No Friend Of Mine)» versucht sich Michael Jackson gemeinsam mit dem Rapper Pras von den Fugees etwas unbeholfen am Hip-Hop, sprich: Er rappt nicht, sondern singt sich durch den Hip-Hop-Tune.

«Gangsta (No Friend Of Mine)»$$VIDEO$$(Alle Videos: YouTube.com)

«What More Can I Give» ist ein Wohltätigkeitssong, bei dem ihm Céline Dion, Beyoncé und Justin Timberlake zur Seite standen.

«What More Can I Give»$$VIDEO$$

Auch «Let Me Let Go», «Someone Put Your Hand Out» und «Xcape» kann man nicht mehr wirklich als grossen Pop bezeichnen, sind sie doch weitaus mehr Substrat als Original.

«Let Me Let Go»$$VIDEO$$

«Someone Put Your Hand Out»$$VIDEO$$

«Xcape»$$VIDEO$$

Mutter Katherine als Nutzniesserin?

Wer würde als Erste von den unveröffentlichten 100 Songs profitieren? Nun, da stände Michael Jacksons Mutter Katherine in der ersten Reihe. Denn nach dem Sorgerecht für seine drei Kinder ist Michael Jacksons Mutter Katherine auch die vorläufige Verwaltung seiner Güter übertragen worden.

Richter Mitchell L. Beckloff vom obersten Gericht in Los Angeles entsprach am Montag (Ortszeit) einem entsprechenden Antrag der Anwälte der 79-Jährigen. Zu Jacksons Besitztümern gehören die Neverland-Ranch im US-Bundesstaat Kalifornien sowie die Rechte an mehreren Liedern der Beatles.

In einer Anhörung am kommenden Montag soll den Angaben zufolge eine längerfristige Regelung für die Vormundschaft über Jacksons Kinder Michael, Paris und Prince Michael II. sowie die Verwaltung von Jacksons Besitz getroffen werden.

Bislang ist unklar, ob der King of Pop ein Testament hinterlassen hat. Seine Familie beteuert, dies sei nicht der Fall. Nach Medienberichten bewahrt aber einer von Jacksons Anwälten ein von dem Gestorbenen persönlich unterzeichnetes Testament auf.

Weitere Untersuchungen

Die Ermittlungen zur Todesursache des Superstars dauerten derweil an. Mitarbeiter des gerichtsmedizinischen Instituts von Los Angeles trugen nach Angaben eines Verantwortlichen «zwei Tüten mit Medikamenten» aus der Villa des Sängers.

Jacksons Leibarzt Conrad Murray hatte zuvor nach Angaben seines Anwalts Vorwürfe zurückgewiesen, er habe dem 50-Jährigen die süchtig machenden Schmerzmittel Demerol und Oxycontin verabreicht.

Jacksons Vater Joe erklärte, das Datum für ein Begräbnis seines Sohnes stehe noch nicht fest. Die Familie wolle erst herausfinden, was genau Michael passiert sei, sagte der 79-Jährige. Michael Jackson war in der vergangenen Woche kurz vor Beginn seiner Comeback- Tournee in seiner Villa zusammengebrochen und kurz darauf gestorben.

(SDA/AP/tom)

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