Trotz Spende gefeuert: Eine undankbare Nierenempfängerin
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Trotz Spende gefeuertEine undankbare Nierenempfängerin

Eine New Yorkerin hat aus Mitleid ihrer kranken Chefin eine Niere gespendet. Diese hatte später keine Hemmungen, die Angestellte zu feuern – weil sie sich so oft krank meldete.

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So hatte sich das Debbie Stevens nicht vorgestellt, als sie ihrer Chefin Jackie Brucia vor zwei Jahren eine ihrer gesunden Nieren anbot. Bruscia war schon lange auf der Spenderliste und die Zeit wurde knapp. Stevens bekam Mitleid: «Ich wollte nicht, dass sie stirbt», sagte die 47-Jährige vor der New Yorker Kommission für Menschenrechte und den Medien.

Nach Stevens' Darstellung begann alles im Jahr 2009, als sie beim internationalen Autohändler Atlantic Automotive Group auf Long Island von Bruscia als Assistentin angestellt wurde. Im Juni 2010 zog Stevens nach Florida und gab ihre Stelle auf. Als sie wenige Wochen später zu Besuch kam, erzählte Bruscia von ihrem kritischen Gesundheitszustand. Bei diesem Gespräch bot sich Stevens als Spenderin an, doch Bruscia behauptete, bereits eine gesunde Niere in Aussicht zu haben.

Nach der Organspende kam die Entlassung

Im Januar 2011 zog Stevens nach New York zurück und fragte ihre ehemalige Chefin, ob sie eine offene Stelle hätte. Bruscia stellte ihre frühere Assistentin sofort wieder an. Heute glaubt Stevens, Bruscia habe offenbar schon damals fragwürdige Interessen gehabt. Jedenfalls kam Bruscia kurz darauf auf Stevens zu, um ihr zu erzählen, dass ihr Spender nicht in Frage komme und dass sie sich in einer dramatischen Situation befinde. Ohne zu zögern spendete Stevens ihre Niere. Die Chefin war zwar mit Stevens nicht kompatibel, doch die Spende brachte die 61-Jährige eine Position höher auf der Warteliste.

Vier Wochen nach der Operation ging Stevens wieder arbeiten. Die Wende kam, als Stevens aufgrund der Folgen der Operation sich einige Male krank meldete. Sie hatte grosse Schmerzen im Bauchbereich und konnte kaum laufen. Bruscia zeigte dafür kein Verständnis. «Sie schrie mich an, sie stellte mich sogar vor den anderen bloss», erzählt Stevens gegenüber «ABC News». Der psychische Stress wurde so gross, dass Stevens sich in ärztliche Behandlung begeben musste. Zudem wandte sie sich an ein renommiertes Anwaltsbüro. Wenige Tage danach stellte sie Bruscia frei.

Der Fall wird nun in US-Medien heiss debattiert. Stevens' Anwalt, Lenard Leeds, will bis vor Bundesgericht gehen, sollte seine Mandantin nicht fair entschädigt werden. Unter «fair» versteht Leeds «mehrere Millionen Dollar». Stevens weigert sich, das Verhalten ihrer Ex-Chefin zu kommentieren. «Ich werde einfach mit meinem Leben weitermachen.»

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