Kambodschanische Arbeiter: Eine Viertelmillion flieht aus Thailand
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Kambodschanische ArbeiterEine Viertelmillion flieht aus Thailand

Nachdem die Militärjunta in Thailand ankündigte, hart gegen Schwarzarbeit vorzugehen, flohen Hunderttausende kambodschanische Arbeiter aus dem Land. Kambodscha will nun helfen.

Seit dem Militärputsch im Thailand haben Hunderttausende Kambodschaner das Nachbarland aus Furcht vor Repressalien verlassen. Mindestens 250 000 seien im Juni wieder nach Hause gekommen, sagte Ministerpräsident Hun Sen am Donnerstag. Zu Beginn des Exodus wurden seinen Angaben zufolge die Menschenrechte der Kambodschaner verletzt, nach Beschwerden aus Phnom Penh seien sie aber menschenwürdiger behandelt worden.

Die Militärjunta hatte nach ihrer Machtergreifung angekündigt, hart gegen Schwarzarbeit vorzugehen. Gerüchte machten die Runde, wonach Arbeiter zusammengeschlagen und ins Gefängnis gesteckt worden seien. Viele gingen daraufhin freiwillig in ihre Heimat zurück, andere wurden an die Grenze gekarrt. Die thailändischen Behörden wiesen Berichte zurück, wonach sie Kambodschaner deportiert hätten, die legal angestellt gewesen waren. Insgesamt arbeiteten geschätzt 400000 Kambodschaner in Thailand, die meisten von ihnen illegal.

Die Rückkehr der Gastarbeiter habe Kambodscha wie eine «Sturzflut» getroffen, sagte Hun Sen. Die Regierung wolle den Arbeitern nun ermöglichen, leichter einen legalen Job in Thailand anzunehmen, indem etwa Reisepässe deutlich billiger würden. (sda)

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