Aktualisiert 02.08.2012 08:39

FCB-Trainer Heiko Vogel«Eine Vorentscheidung gibt es nicht»

Der FCB lancierte in Molde zwar kein 1.-August-Feuerwerk, der 1:0-Sieg sollte für das Rückspiel aber Polster genug sein. Trainer Heiko Vogel will davon nichts wissen.

von
Eva Tedesco
Molde

Unermüdlich rackerte Valentin Stocker im rechten Couloir rauf und runter. Er half in der Defensiv aus. Er spielte Möglichkeiten für seine Kollegen heraus oder erarbeitete sich selber Chancen wie in der 10. Spielminute, als er sich allein vor Keeper Espen Brugge Pettersen wiederfand, seinen Schuss aber verzog. «Wenn ich ein bisschen besser gespielt hätte», so der Krienser, «hätte der Sieg höher ausfallen können.»

Müssig zu betonen, dass Stocker auch beim Siegtreffer durch Jacques Zoua (79.) den Fuss im Spiel hatte. «Das war extrem! Steinhöfer spielt mir den Ball zu. Ich schiesse, aber mein Schuss wird abgelenkt. Ich bin froh, dass Jacques (Zoua, Anmerk. d. Red.) so energisch nachgesetzt hat». Der 1:0-Sieg der Basler war aber das erwartet harte Stück Arbeit. Und Trainer Heiko Vogel hat im Vorfeld nicht falsch gelegen, als er Molde als starken Widersacher einstufte.

Gratwanderung am Moldefjord

Wie vom Pfälzer prognostiziert, agierte Molde vor allem in der Abwehr diszipliniert und machte der FCB-Defensive mit Kontern das Leben schwer – selbst in Unterzahl. Stürmer Davy Claude Angan (27.) wurde nach einer Tätlichkeit an Aleksandar Dragovic des Feldes verwiesen. Stocker: «Das hat nicht viel geändert, zumal sie einen Stürmer verloren haben und defensiv gleich gut gestanden sind. Sie hatten zwar in der Offensive weniger Durchschlagskraft, haben aber immer auf Konter gelauert. Für uns wurde es dadurch schwierig zu riskieren und dennoch nicht ins offene Messer zu laufen, denn hier ein Tor zu bekommen und zu Hause einem Rückstand hinterherzulaufen, wäre viel schwieriger gewesen. Wir mussten uns fast tot rennen, aber nun sind wir überglücklich».

Positiv kann auch die deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem 2:2-Remis am letzten Samstag gegen GC ins Feld geführt werden. Den Ausfall von Alex Frei (Hüftprellung) und den dadurch erzwungenen Systemwechsel auf nur eine Sturmspitze und ein Dreier-Mittelfeld hat die Mannschaft gut verkraftet. Mehr noch: Der FCB hat zum Kämpfen zurückgefunden. Stocker: «Wir haben mit Herz gespielt und sind wieder zurück zu unseren Wurzeln – zu machen was wir können und uns nicht in Details zu verlieren. Das hat man extrem gut gesehen, als Marco (Streller, Anmerk. d. Red.) in der neunzigsten Minute zurückläuft, um hinten links auszuhelfen. Das sind die Dinge, die wir brauchen und die uns für die kommenden Spiele zusammenschweissen».

Gute Ausgangslage für das Rückspiel

Der FCB hat sich eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Mittwoch geschaffen. Von einer Vorentscheidung will Heiko Vogel gar nichts hören. «Das Wort Vorentscheidung gibt es nicht», so der Pfälzer und endet in einem mathematischen Exkurs. «So lange die Möglichkeit besteht, dass ein Ereignis B eintreten kann für neunundneunzig Prozent, gibt es die Wahrscheinlichkeit für Ereignis A von einem Prozent, aber das es eintreten kann, auch noch hundert Prozent. Es war ein Spiel, dass uns alles abverlangt hat und ich bin mit dem positiven Resultat glücklich. Ich werte das Ergebnis lediglich als einen Sieg, der uns Selbstvertrauen gibt». Alles klar?

Für sein Gegenüber Ole Gunnar Solskjaer schon. Der Molde-Trainer und ehemalige ManU-Star ärgerte sich zwar kurz über die Szene zwischen Angan und Dragovic. Die Rote Karte sei korrekt gewesen, aber es hätte auch Rot für Dragovic und Penalty für Molde geben müssen. «Wenn sich mein Sohn, wäre er ein Innenverteidiger von 1,90 Meter Körpergrösse, eine Minute lang auf dem Boden wälzen würde, nachdem er einen Klaps auf den Hals erhielt, würde ich ihn nicht mehr zurück in mein Haus lassen – ich würde mich schämen». Die Aufgabe in Basel wird für Molde nicht einfacher, dessen ist sich Solskjaer bewusst. «Ich werde in Basel mein bestes Team bringen und versuchen, das erste Tor zu erzielen – und dann werden wir sehen was folgt. Wir geben nicht auf».

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