Aktualisiert 14.11.2011 15:36

Mysteriöser FallEine Waffe, eine tote Polizistin und ein Raub

Bei zwei toten Bankräubern in Thüringen DE wurden Pistolen vom Heilbronner Polizistenmord gefunden. Das Haus der Toten flog in die Luft. Die Polizei fahndet nach einer Frau.

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ann/dapd
Polizeibeamte bei der erschossenen Polizistin 2007.

Polizeibeamte bei der erschossenen Polizistin 2007.

Viereinhalb Jahre nach dem Mord an einer Polizistin im baden-württembergischen Heilbronn hat die Polizei die damals geraubten Dienstpistolen in Thüringen gefunden. Die Waffen der im April 2007 erschossenen Polizistin und ihres schwer verletzten Kollegen seien in einem Wohnmobil bei Eisenach in Thüringen sichergestellt worden.

Im weissen Caravan lagen ausserdem zwei tote Männer, teilte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Montag mit. Die zwei Toten waren schon am Freitag gefunden worden. Die Polizei vermutet, dass die 34 und 38 Jahre alten Männer an jenem Freitag die Sparkasse in Eisenach überfallen hatten.

Der Raub, bei dem zwei Männer einen Sparkassen mitarbeiter verletzten, ereignete sich am Freitagmorgen. Gegen Mittag entdeckte die Polizei in Stregda bei Eisenach die zwei Leichen im Wohnmobil. Zuvor soll es zwei laute Knallgeräusche gegeben haben. Ob sich die beiden Männer erschossen haben, ist noch unklar. Doch die Geschichte ist äusserst mysteriös. Denn am Freitagnachmittag explodierte in Zwickau auch noch ein Haus, dessen drei Bewohner vermisst wurden.

Tote waren Bewohner eines explodierten Hauses in Zwickau

Am Montag konnte die Polizei die Toten im Wohnwagen als die Bewohner des Hauses identifizieren. Ausserdem stellte sich heraus, dass die dritte Bewohnerin, eine 36 Jahre alten Frau, das Haus kurz vor der Explosion verlassen hatte. Nach ihr wird derzeit gefahndet.

Doch damit nicht genug. Im Rahmen der Ermittlungen stellte die Polizei im Wohnmobil auch die beiden Dienstwaffen vom Heilbronner Polizistenmord sicher. Der damals 22-jährigen Michele K. und ihrem Kollege war auf einem Parkplatz in der Nähe der Heilbronner Theresienwiese in den Kopf geschossen worden. Michele K. starb, ihr Kollege überlebte schwer verletzt. Er kann sich bis heute nicht an die Tat erinnern.

Was sich auf dem Parkplatz abgespielt hat, ist darum bis heute unklar. Lediglich der Tatzeitpunkt gegen 14.00 Uhr gilt als sicher, da Zeugen Schüsse hörten. Mit dem Pistolenfund ist es zu einer Wende in den Ermittlungen gekommen. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn und das LKA suchen derzeit in enger Kooperation mit der Thüringer Polizei nach möglichen Zusammenhängen mit dem Polizistenmord.

Polizei jagte lange Zeit Phantom

Lange hatten die Ermittler ihre Hoffnung vor allem auf die am Dienstfahrzeug der Polizisten festgestellte DNA-Spur gesetzt und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit eine «Unbekannte weibliche Person» gejagt. Die vermeintliche Schwerstkriminelle und Serientäterin, deren DNA an insgesamt rund 40 Tatorten im In- und Ausland sichergestellt worden war, entpuppte sich letztlich als unbescholtene Verpackerin. Ihr genetischer Code befand sich auf den Wattestäbchen, die die Polizei bei der Spurensuche einsetzte.

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