Egozentrisches Fahrzeug - Eine Zulassung für die Fahrt auf der Strasse wird für den Panzer schwierig 
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Egozentrisches FahrzeugEine Zulassung für die Fahrt auf der Strasse wird für den Panzer schwierig

Der in Zug wohnhafte Däne Niklas Nikolajsen hat einen Panzer gekauft. Ob der Hellcat aber jemals auf den Strassen umherfahren darf, steht in den Sternen.

von
Rochus Zopp
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Einen Panzer des Modells M18 Hellcat will der Krypto-Millionär Niklas Nikolajsen in die Schweiz importieren. Hier ein Panzer des gleichen Typs im Einsatz an einer Show in Florida.

Einen Panzer des Modells M18 Hellcat will der Krypto-Millionär Niklas Nikolajsen in die Schweiz importieren. Hier ein Panzer des gleichen Typs im Einsatz an einer Show in Florida.

wikipedia/JTOcchialini - DSC00065/CC BY-SA 2.0
Der Däne ist Gründer und Verwaltungsratspräsident der Firma Bitcoin Suisse.

Der Däne ist Gründer und Verwaltungsratspräsident der Firma Bitcoin Suisse.

20min/Marco Zangger
Unter anderem konnte er sich dank seines Erfolgs auch schon einen Bentley kaufen.

Unter anderem konnte er sich dank seines Erfolgs auch schon einen Bentley kaufen.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Krypto-Millionär Niklas Nikolajsen hat sich einen alten Panzer angeschafft. Das Modell M18 Hellcat war unter anderem im Zweiten Weltkrieg im Einsatz.

  • In seinem Facebook-Post spielt er mit dem Gedanken, mit dem Panzer durch die Strassen von Zug zu fahren.

  • Beim Kanton Zug weiss man nichts von einem derartigen Gesuch. Zuerst müsste der Panzer die Kontrolle am Zoll überstehen.

  • Die Firma DH Network, die bei der Beschaffung mithalf, teilt auf Anfrage mit, dass für den Panzer vermutlich keine Strassenzulassung beantragt werde.

Der dänische Krypto-Millionär Niklas Nikolajsen hat einen Panzer gekauft und möchte damit gemäss seinem Facebook-Post auf den Zuger Strassen umherfahren. Die 20-Minuten-User bezweifeln aber, dass das Vorhaben gelingt. So kommentiert unter anderem User Dr. Kern: «Das Importieren des Fahrzeuges wird nicht schwer sein.» Damit «auf den Strassen rumkurven» wird er jedoch nicht. «Da gibt es die Bewilligung auch mit genug Geld nicht.» Auch S. Eppeli will dem Panzer nicht auf der Strasse begegnen. Er kommentiert: «Gahts noh, er kann damit in der Kiesgrube fahren, aber auf der Strasse hat das Teil nichts verloren!»

Ist es überhaupt realistisch, dass der Wahlschweizer mit seinem Panzer des amerikanischen Modells M18 Hellcat bald auf den Strassen in Zug unterwegs sein wird? Beim Strassenverkehrsamt des Kantons Zug, weiss man noch nichts vom Wunsch Nikolajsens. Markus Feer, Leiter des kantonalen Strassenverkehrsamts, teilt auf Anfrage mit, dass man beim Kanton noch keine Anfrage zu einer Zulassung des Panzers erhalten hatte. Ob das Gesuch erfolgreich sein könnte, kann Feer noch nicht sagen. Er schreibt: «Wir haben den Auftrag die Vorschriften betreffend die Zulassung von Fahrzeugen zum Strassenverkehr umzusetzen. Wenn das Fahrzeug diesen Vorschriften genügt, steht einer Zulassung nichts im Weg.» Bevor Nikolajsen aber überhaupt die Strassenzulassung beantragen kann, muss er das Fahrzeug in die Schweiz importieren. Dieses Importgesuch muss zuvor noch bei der Zollbehörde geprüft werden. So oder so ist es ein ungewöhnliches Gesuch. Feer hat in seiner gesamten Karriere noch keine Anfrage dieser Art erhalten.

Der Panzer kann auch als Wertanlage betrachtet werden

Die Firma DH Network, die mitgeholfen hat, den Panzer zu beschaffen, teilt auf Anfrage mit, dass das Fahrzeug auch nicht für die Strassenzulassung vorgesehen ist. Sie bestätigen, dass Rad- und Kettenpanzer in der Schweiz kaum einlösbar sind, aufgrund der Breite und des Gewichts. Auch der Import gestaltet sich nicht ganz einfach. Wie DH Network schreibt, muss nämlich nicht nur für die Schweiz eine Einfuhrlizenz gelöst werden, sondern jedes Land benötigt eine Durchfuhrlizenz, durch welches der Panzer transportiert werden muss. Der M18 Hellcat wird wahrscheinlich ein Novum in der Schweiz sein und einer der wenigen in ganz Europa. Das Fahrzeug soll einerseits zum Gedenken an den Zweiten Weltkrieg erhalten werden, andererseits kann es aber auch als Wertinvestment angesehen werden. Grund: Die Preise dieser Fahrzeuge sind gemäss DH Network in den letzten Jahren stark angestiegen.

Für den Dänen Nikolajsen scheinen Militärfahrzeuge eine spezielle Anziehungskraft zu haben. Auf seinem Facebook-Profil posierte er etwa mit einem alten amerikanischen Militär-Jeep. Mit seiner Vorliebe für Militärfahrzeuge ist Nikolajsen nicht alleine. Es gibt in der Schweiz noch diverse andere Sammler von solchen Fahrzeugen. An der bekannten Veranstaltung «Convoy to Remember» in Birmenstorf AG, die 2019 vorläufig zum letzten Mal stattfand, wurden 700 Militär-Oldtimer ausgestellt. Darunter auch 30 Panzerfahrzeuge.

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