Dominique Aegerter: «Einen Podestplatz zu erwarten war vermessen»
Aktualisiert

Dominique Aegerter«Einen Podestplatz zu erwarten war vermessen»

Dominique Aegerter fährt beim GP von Katar auf den 4. Platz. Im Interview sagt der 22-jährige Berner, warum es nicht zu einem Podestplatz reichte.

von
Klaus Zaugg
Doha

20 Minuten: Dominique Aegerter, wo haben Sie den Podest-Platz verspielt?

Dominique Aegerter. Ganz am Anfang, in den ersten zwei Runden.

Das ist ärgerlich. Sie gelten als der beste Starter im Feld.

Hallo, ich bin ja gut gestartet!

Aber Sie haben den Anschluss an die Spitzengruppe verpasst.

Ich bin aus der zweiten Reihe gestartet und vor mir waren die besten Fahrer überhaupt. Die lassen sich auch bei einem sehr guten Start nicht so leicht überholen. Es ist einfacher, von der vierten oder fünften Reihe aus gleich ein paar Fahrer hinter sich zu lassen.

Was überwiegt: Die Enttäuschung über den verpassten Podestplatz oder die Freude über den 4. Platz?

Ich bin mit dem 4. Platz zufrieden. Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern und man kann nicht zufrieden sein, wenn man nicht gewonnen hat. Aber hier in Doha gleich einen Podestplatz zu erwarten war schon etwas vermessen. Realistisch ist ein Podestplatz dann, wenn ich während eines ganzen Wochenendes in jedem Training unter den ersten fünf klassiert bin. Das war hier nicht der Fall. Ich fuhr lange um die 10. Position herum und habe erst ganz am Schluss des Qualifyings den 5. Platz geholt. So gesehen ist der 4. Platz ein gutes Resultat. Wenn ich eine Chance auf einen Podestplatz haben will, dann muss ich im Training regelmässiger werden und konstant vorne sein.

Warum haben Sie den Anschluss an die Spitzengruppe in den ersten zwei Runden nicht geschafft?

Der Start war ja nicht so schlecht, wie Sie meinen. Ich habe alles versucht und alles riskiert, um dran zu bleiben. Ich wollte mich nicht verkrampfen und war eigentlich auch ganz locker. Aber eben vielleicht doch nicht.

Sie verkrampften sich sozusagen beim beim Versuch zu entspannen?

Na ja, so kann man es auch sagen.

Sie holten den 4. Platz erst durch ein Überholmanöver in der letzten Kurve der letzten Runde. Was das so geplant?

Soweit man überhaupt etwas planen kann, ja. Ich habe versucht, aus dieser Gruppe wegzukommen. Aber das war nicht möglich. Wir haben uns gegenseitig behindert und das hat dazu geführt, dass ich im Rennen immer eine bis anderthalb Sekunden langsamer gefahren bin als im Training. Deshalb musste ich mich auf einen Angriff in der Schlussphase konzentrieren. Und das hat funktioniert.

Hätten Sie auf einer Kalex den 3. Platz geholt?

Nein, Ich glaube nicht, dass ich mit einer Kalex weiter vorne wäre. Vor mir sind einfach sehr gute Fahrer. Das machte die Differenz, nicht die Technik. Die Abstimmung meiner Maschine war nicht ganz optimal und einmal ist mir auf der Geraden der 6. Gang rausgesprungen. Aber das hat keinen Zusammenhang mit dem Fabrikat.

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