Luzern - «Einen weissen Spatz zu sehen ist wie ein Sechser im Lotto»
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Luzern«Einen weissen Spatz zu sehen ist wie ein Sechser im Lotto»

Beim Mittagessen erspähte ein News-Scout einen weissen Spatz. Wegen seines weissen Gefieders ist der Spatz eine leichtere Beute für Raubtiere.

von
Gianni Walther
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Ein weisser Spatz: Dieses Tier hat News-Scout Marc Eichenberger am Freitag im Bereich des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern fotografiert.

Ein weisser Spatz: Dieses Tier hat News-Scout Marc Eichenberger am Freitag im Bereich des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern fotografiert.

Marc Eichenberger
«Ich war gerade beim Essen. In der Nähe waren ein paar Spatzen am Boden und haben gefressen. Dann kam ein weisser Spatz angeflogen», sagt Eichenberger.

«Ich war gerade beim Essen. In der Nähe waren ein paar Spatzen am Boden und haben gefressen. Dann kam ein weisser Spatz angeflogen», sagt Eichenberger.

Marc Eichenberger
Für Eichenberger, der selbst Vögel hält, war dies ein Highlight. Es sei wie ein Sechser im Lotto.

Für Eichenberger, der selbst Vögel hält, war dies ein Highlight. Es sei wie ein Sechser im Lotto.

Marc Eichenberger

Darum gehts

  • In Luzern entdeckte News-Scout Marc Eichenberger einen weissen Spatz.

  • Das aussergewöhnliche Aussehen entsteht durch einen Gendefekt.

  • Durch das weisse Gefieder ist der Spatz für Raubtiere eine leichtere Beute.

Ungewöhnliche Entdeckung: Während seiner Mittagspause in der Nähe des Verkehrshauses hat News-Scout Marc Eichenberger am Freitag einen weissen Spatz erblickt: «Ich war gerade beim Essen. In der Nähe waren ein paar Spatzen am Boden und haben gefressen. Dann kam ein weisser Spatz angeflogen», sagt Eichenberger. Der Spatz habe sich zu den anderen Tieren gesellt. Danach sei der weisse Vogel weggeflogen und auf einen Zaun in der Nähe gesessen. Und nur wenig später war das Tier mit dem ungewöhnlichen Gefieder bereits wieder weg, sagt Eichenberger.

Für Eichenberger war es eine Begegnung der besonderen Art, denn einen weissen Spatz habe er noch nie gesehen: «Den weissen Spatz zu sehen ist wie ein Sechser im Lotto», sagt er. Der Wildtierpfleger halte selbst auch Vögel und habe so etwas noch nie gesehen. «Das war ein Highlight. Ich hatte extrem grosse Freude», sagt er. Der Spatz habe zwar weisse Federn gehabt, die Augen seien aber nicht rot gewesen. Deshalb sei das Tier nicht von Albinismus betroffen, sondern der Spatz leide an Leuzismus.

Spatz ist weniger gut getarnt als seine Artgenossen

Laut Stefan Bachmann von Birdlife Schweiz dürfte es sich um einen Vogel mit dem Gendefekt Leuzismus handeln. «Wir erhalten ab und zu Meldungen zu Sichtungen von solchen Vögeln. Das kommt auch bei anderen Vogelarten vor», sagt Bachmann. Abgesehen vom aussergewöhnlichen Gefieder seien betroffene Tiere jedoch nicht beeinträchtigt. Ihm ist der Fall einer Krähe in Dietikon ZH bekannt, die mehrere Jahre mit dem Defekt ganz normal lebte. «Natürlich besteht aber die Gefahr, dass ein Tier nicht so gut getarnt ist wie seine normal gefärbten Artgenossen», sagt Bachmann weiter. Dadurch könne sich die Chance erhöhen, dass betroffene Tiere von Raubtieren besser entdeckt werden können. Neben Leuzismus und Albinismus gebe es noch einige weitere Möglichkeiten, wodurch aussergewöhnliche Färbungen oder Scheckungen entstehen können, sagt Bachmann weiter.

Albinismus und Leuzismus

Tiere mit einem aussergewöhnlichen weissen Fell oder Gefieder müssen nicht zwingend von Albinismus betroffen sein. Bei Leuzismus handelt es sich um eine Genmutation. Das Fell der Tiere ist weiss, die Haut rosa. In der Haut sind keine farbstoffbildenden Zellen (Melanozyten) vorhanden. Beim Albinismus sind diese Zellen hingegen vorhanden. Sie können jedoch den Farbstoff Melanin nicht bilden. Auch beispielsweise durch Vitiligo, auch Weissfleckenkrankheit genannt, können weisse, pigmentfreie Flecken entstehen.

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