Einer der Bündner Bären eingefangen
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Einer der Bündner Bären eingefangen

Ein junger Braunbär ist im Ela-Gebiet zwischen Julier- und Albulapass eingefangen worden. Er erhielt ein Halsband mit einem Sender.

Der Jungbär, der aus Italien eingewandert war und in den vergangenen Wochen rund zwei Dutzend Schafe gerissen hatte, wurde gemäss Mitteilung vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und vom kantonalen Amt für Jagd und Fischerei Graubünden am späteren Sonntagnachmittag von einem eingespielten Fangteam des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden nach kurzer Jagd in der Val Spadlatscha auf einer hochalpinen Ebene gefangen. Er wurde mit einem Narkosegewehr beschossen und immobilisiert, wie es in der Mitteilung heisst. Dann wurde er mit einem Senderhalsband ausgerüstet. Bei der Aktion war auch ein Helikopter im Einsatz.

Das 98 Kilogramm schwere Tier hatte sich seit rund zwei Wochen in der Gegend von Tiefencastel aufgehalten, wie die beiden Ämter weiter mitteilten. Er wurde dabei mehrmals bei eingezäunten Tieren nahe von Siedlungen beobachtet. Er zeigte gemäss dem Bericht immer weniger Scheu vor Menschen. Deshalb entschlossen sich Bund und Kanton Graubünden auf Grund des Konzepts Bär Schweiz, den Bären einzufangen und mit einem Halsbandsender zu versehen. Damit kann er nun besser beobachtet werden.

Sollte er sich wiederum Tierherden oder Siedlungen nähern, kann er vergrämt - das heisst: mit Gummischrot oder Knallpetarden erschreckt - werden. Wenn der Bär in der dicht besiedelten und genutzten Kulturlandschaft der Schweiz nicht scheu bleibe und Distanz zu Menschen wahre, werde er zu einem Problem und könne sogar zu einem Risiko für Menschen werden.

Um welchen Bären es sich handelt, steht noch nicht fest. Ob es JJ3, MJ4 oder ein drittes Tier ist, könne erst nach der Analyse von Blutproben gesagt werden, heisst es in der Mitteilung. Im Kanton Graubünden ist seit vergangenem Juni im Gebiete Val Müstair - Engadin - Flüela mindestens noch ein zweiter Bär unterwegs. Der Bär, der sich im Raum Tiefencastel aufgehalten hatte, war zuvor an der Flüela gewesen und hatte dort zahlreiche Schafe gerissen. Er suchte das Weite, nachdem an der Flüela zum Schutz der Schafe Herdenschutzhunde und Elektrozäune eingesetzt worden waren. Im unteren Landwassertal riss er dann erneut mehrere Schafe. (dapd)

Drei Kategorien von Bären

Das Konzept Bär Schweiz unterscheidet drei Kategorien von Bären. Der unauffällige Bär lebt zurückgezogen in waldreichen Gegenden, meidet Menschen grundsätzlich und richtet nur manchmal Schaden an, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das kantonale Amt für Jagd und Fischerei Graubünden am Montag mitteilten. Der so genannte Problembär bringt den Menschen und seine Siedlungen mit Nahrung in Verbindung. Er richtet viele Schäden an und verliert mit der Zeit seine natürliche Scheu. Ein solcher Problembär sollte gemäss den Angaben eingefangen und vergrämt werden. Die dritte Bärenkategorie ist die gefährlichste: Der «Risikobär» wird aggressiv, bedroht Menschen und greift sogar an. Er muss abgeschossen werden, wie es in der Mitteilung heisst. (ap)

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