Aktualisiert 30.06.2009 16:39

Die Dagobert Ducks dieser WeltEiner soll noch reicher sein als Bill Gates

Auch in der Krise gibt es weltweit noch 793 Dollar-Milliardäre. Ganz zuoberst stand bisher Bill Gates. Nun könnte ein zwielichtiger Kolumbianer den Microsoft-Gründer aber von der Spitze verdrängen.

Zu den bekanntesten Ranglisten, die jedes Jahr erscheinen, gehört das Ranking der Superreichen vom US-Wirtschaftsmagazin «Forbes». Daneben existieren aber noch zahlreiche nationale Listen. Daraus hat «Oxford Business News» nun die 25 reichsten Menschen der Welt ermittelt.

Franzose ist reichster Europäer

Die Top drei sind in beiden Rankings identisch: Bill Gates führt mit einem geschätzten Vermögen von 40 Milliarden Dollar. Dahinter folgen der Investor Warren Buffet mit 37 Milliarden und der mexikanische Telecomunternehmer Carlos Slim Helu mit 35,5 Milliarden Dollar Vermögen. Im «Oxford Business News»-Ranking auf Rang 4 liegt der Franzose Bernhard Arnault. Das Vermögen des «Luxus-Königs» – zu seinem Imperium gehören Louis Vuitton und Moët & Chandon – schätzen die Engländer mit 25,5 Milliarden Dollar rund 9 Milliarden höher ein als die Leute von «Forbes», was ihn zum reichsten Europäer macht.

Wie reich ist der Kolumbianer?

Viel interessanter als die neue Rangliste ist die Vermutung von «Oxford Business News», dass jemand gar noch reicher sein soll als Bill Gates: Der kolumbianische Smaragdkönig und mutmassliche Mafia-Boss Victors Carranza. Gerüchten zufolge soll sein Gesamtvermögen jenes von Bill Gates bei weitem übersteigen.

Carranza beherrscht den Smaragdhandel

Wie gross die Vermögenswerte von Don Victor genau sind, weiss niemand so genau – oder will es aus Vorsicht nicht preisgeben. Sicher ist, Carranza ist der Besitzer von Smaragdminen und an den Bergbaugesellschaften Tecminas, Coexminas de Muzo und Esmeracol de Coscuez beteiligt. Damit beherrscht der 71-jährige 60 Prozent des weltweiten Handels mit dem «grünen Gold». Edelsteine im Wert von 800 Millionen Dollar sollen jährlich aus seinen Minen in den Handel kommen, sowohl legal als auch auf dem Schwarzmarkt.

Ein Heer von Leibwächtern

Carranza gilt als einer der reichsten Männer Südamerikas und wird in seiner Heimat gleichzeitig als Legende verehrt und gefürchtet. Nur Vertraute wissen, wo sich der selbsternannte Edelsteinkönig gerade aufhält, denn Don Victor fürchtet sich vor Killern, Kidnappern und Konkurrenten. Ein Heer von 2000 Leibwächtern soll den Mulitmilliardär bewachen. Grund: Kolumbiens revolutionäre Volksarmee Farc hat zehn Millionen Dollar auf Carranzas Kopf ausgesetzt.

Carranza bezahlt keine Steuern

Für die 50 000 Kolumbianer, die derzeit vom Edelsteinabbau leben, ist Carranzas Heilsbringer und Volksheld. Für viele ist er aber einfach nur einer der ganz grossen Mafiabosse im Land. Die kolumbianische Regierung hat sich wegen der brutalen Wirren des Krieges um die edlen Steine ganz aus der Smaragdregion zurückgezogen und vor 20 Jahren Carranzas Minengesellschaft eine Konzession für 50 Jahre ausgestellt. Don Victor konnte herrschen wie er wollte: Er musste keine Steuern zahlen und nur einen geringen Teil seines gigantischen Gewinns an den Staat abliefern.

Es erstaunt kaum, dass Carranzas Vermögen dermassen gewachsen ist. Von seiner privaten Smaragdsammlung soll er einst gesagt haben, sie sei so mächtig, dass nicht einmal Bill Gates sie ihm abkaufen könnte.

(scc/sas)

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