Seit 2017 spurlos verschwunden: «Eines der letzten Mittel bei der Suche»
Aktualisiert

Seit 2017 spurlos verschwunden«Eines der letzten Mittel bei der Suche»

Am 29. März 2017 verliess die 26-jährige S. ihre Wohnung in Riehen BS und verschwand spurlos. Nun publizierte die Basler Kantonspolizei erneut eine Vermisstmeldung.

von
lha

Erstmals hatte die Behörde am 23. November 2017 das Verschwinden von S.* publik gemacht. Die 26-Jährige hatte am 29. März ihre Wohnung in Riehen verlassen und tauchte seither nicht mehr auf. «Bis zum heutigen Tag sind keine verwertbaren Hinweise zum Aufenthaltsort der Vermissten eingegangen», heisst es in der Mitteilung der Basler Kantonspolizei vom Donnerstag, 10. Januar.

Dass die Polizei mit der gleichen Vermisstenmeldung ein zweites Mal an die Öffentlichkeit gelangt, ist aussergewöhnlich. «Das passiert wirklich nur sehr selten», erklärt Toprak Yerguz, Sprecher der Basler Kantonspolizei. «Wir sind bisher mit allen Anstrengungen und Ermittlungen erfolglos geblieben und dies ist jetzt eines der letzten Mittel bei der Suche. Wir versuchen alles, um die vermisste Person aufzufinden.»

Die meisten tauchen rasch wieder auf

Zu den Hintergründen des Verschwindens der jungen Frau ist nichts bekannt. Auch die Polizei weiss kaum mehr. «Wenn wir mehr wüssten, stünde es in der Vermisstenmeldung», sagt Yerguz. Der Fall S. ist aber aussergewöhnlich: Normalerweise tauchen Vermisste innerhalb kürzerer Frist wieder auf. Zum Vergleich: 2018 wurden in Basel-Stadt 77 Personen vermisst gemeldet. Bis zum Ende des Jahres war der Verbleib von allen geklärt.

In der Schweiz verschwinden jedes Jahr mehrere hundert Personen von der Bildfläche, einige bleiben für immer verschollen. Formell kann eine Person aber erst fünf Jahre nach ihrem letzten Lebenszeichen gerichtlich für verschollen erklärt werden. Dass jemand danach wieder auftaucht, kommt nur ganz selten vor. So tauchte beispielsweise der Basler Rolf Bantle 2015 elf Jahre nach seinem Verschwinden in Mailand wieder auf.

*Name der Redaktion bekannt

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